Montag, 7. Juli 2008

F.P. 1 antwortet nicht

Filmszene (9): Wer kennt nicht die Serien „Ein Bayer auf Rügen“ oder „Hallo Robbie“? Seit fast 100 Jahren werden nun schon Filme auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund gedreht. Dieses Mal ruft „á la carte“ einen Filmstreifen in Erinnerung der vor Rügen gedreht wurde...
Mal wurde die pommersche Küste zur Wüste, ein anderes Mal zum Dschungel, was allerdings Erich Kettelhut (als Produktionsarchitekt bekannt aus dem Kultfilm „Metropolis“ – Anm. der Red.) realisierte, sprengt noch heute die Vorstellungskraft: Für den Filmstreifen „F.P. 1 antwortet nicht“ verkleidete er die Greifswalder Oie mit Wellblech. Gezaubert hatte er damit für die Zuschauer eine schwimmende Plattform, die sich mitten im Atlantik befinden sollte: „F.P. 1“ – Doch halt! Vorerst gibt es dieses Projekt nur auf dem Papier. Kapitänleutnant Droste möchte mit Hilfe des berühmten Ozeanfliegers Ellisen, gespielt von Hans Albers, die Lennarz-Werke für sein Projekt gewinnen. Ellisen, der mit Claire Lennarz – einer Schwester der Werk-Eigentümer – angebandelt hatte, schreckt vor der Heirat zurück und stürzt sich stattdessen in ein neues Abenteuer. Als er jedoch von seinem gescheiterten Rund-um-die-Welt-Flug zurückkehrt, ist die Atlantikplattform für die Interkontinentalflüge bereits Wirklichkeit. Innerhalb von zwei Jahren ist unter Droste´s Leitung eine „Kleinstadt“ mit Flugplatz, Hangars, Hotels und Einkaufszentren entstanden. Da reißt bei einem Unwetter die Verbindung zu F.P. 1 ab! Ellisen – deprimiert von Liebeskummer – lässt sich von Claire überreden, mit ihr zur Plattform zu fliegen. Beide erreichen die Plattform und überstehen eine Bruchlandung unverletzt. Vor Ort stellen sie fest, dass die Plattform der Sabotage zum Opfer gefallen ist: Der Chefingenieur Damsky hat alle Ventile geöffnet, damit F.P.1 sinkt – nun ist er mit einem Boot geflüchtet. Während Claire sich um seinen schwerverletzten Freund Droste kümmert, erkennt Ellisen dass er sie endgültig verloren hat. Selbstlos, wie man es von einem Filmheld erwartet, startet er mit einem Flugzeug, springt schließlich über einem gesichteten Schiff ab und ruft, nachdem er an Bord ist, über Funk nach Hilfe, damit F.P. 1 gerettet werden kann...


1932 entstand der Film nach dem 1931 erschienenen Roman „F.P. 1 antwortet nicht“ von Curt Siodmak – Gedreht wurde er übrigens in drei Sprachen, mit drei verschiedenen Helden... Der deutsche Held – Hans Albers – benötigt aber 25 Minuten länger als seine Schauspieler-Kollegen Veidt und Boyer, um Hilfe für F.P. 1 zu holen. Weitgehend unbekannt ist, dass der „blonde Hans“ während der Dreharbeiten im „Fürstenhof“ in Putbus nächtigte. Ob er hier nach den Dreharbeiten seinen Filmtitel „Flieger, grüß mir die Sonne“ – vielleicht in einer Badewanne liegend? – sang, ist leider nicht bekannt...

("á la carte 07/2008)