Montag, 3. Oktober 2016

Kalenderblatt: 2.10.1986 - Eröffnung der Fährverbindung nach Klaipeda

 
Der Fähranleger von Mukran bei Saßnitz
Sassnitz. (SAS) Erste Planungen für eine Fährverbindung zwischen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Sowjetunion reichen bis in das Jahr 1963 zurück. Ursprünglich spielte in den Vorstellungen zur Umsetzung dabei Möwenort an der Nordküste Rügens eine bedeutende Rolle. Allerdings wurden diese Ideen dann wieder verworfen. Mit der politischen Instabilität der damaligen sozialistischen Volksrepublik Polen, bekamen jedoch auch die Planungen für eine Eisenbahnfährverbindung zwischen der DDR und der UdSSR wieder erneute Aufmerksamkeit. Auch aus ökonomischer Sicht war das Projekt von erheblicher Bedeutung, da die Transitgebühren auf dem direkten Seeweg entfallen sollten.
Erinnerungen an die Eröffnung des Eisenbahnfährverkehrs
 
Und so begannen 1977 die offiziellen Planungen für das letzte große Verkehrsbauprojekt der DDR. 1982 begann dann die Umsetzung. Dazu wurden durch 3.500 Arbeiter 4 Millionen Kubikmeter Erde und 2 Millionen Kubikmeter Seegrund bewegt. Am Ende soll das Projekt 2,3 Milliarden DDR-Mark einschließlich der 1.200 Wohnungen für die Mitarbeiter des Fährhafens gekostet haben.
Am 2. Oktober 1986 also vor genau 30 Jahren erfolgte dann die Eröffnung der Eisbahnfährverbindung zwischen Mukran und Klaipeda, dem ehemaligen Memel. Ob der Bau des Hafens damals erst zu 60% fertiggestellt war, lässt sich heute schwer sagen. Richtig ist, dass die Größenordnung des Projektes für die Rüganer selbst kaum vorstellbar war. Zumal auch Fahrten mit dem Bus beispielsweise zwischen dem Ostseebad Binz und der Stadt Sassnitz kaum einen freien Blick auf den Fährhafen ermöglichten. Der Liniendienst konnte bis 1989 auf fünf Eisenbahnfähren ausgebaut werden. Neben dem Transport von Wirtschaftsgütern sollen dabei auch militärische Güter mit der Eisenbahnfährverbindung befördert worden sein.
 
Weitere Aufnahme der Fährschiffe im Hafen von Mukran

Auch mit dem Mauerfall und dem Ende der DDR und des Warschauer Paktes wurde Mukran zu einem bedeutenden Umschlag. Nun ging es allerdings um den Rücktransport der sowjetischen Armee aus Deutschland.

(Fotos & Abbildungen: Archiv Harro Schack)