Montag, 6. März 2017

Von Elfen, einem König und dem Mann im Baum

Die Herthabuche auf einem Postkartenfoto: Mächtig gewaltig!
Sassnitz. (SAS) Wer wollte es bestreiten? Bäume haben etwas Faszinierendes. Erst recht, wenn sich - wie auf Jasmund - auch eine überlieferte Geschichte mit ihnen verbindet. Zu Popularität hat es dabei zweifellos die Herthabuche gebracht. Wenn man der Sage glauben mag, haben einst Priester die Buche als Medium für die Vorhersage der Zukunft genutzt. Das Rauschen, der Filter kommender Ereignisse, wurde entsprechend gedeutet. Dass die Elfen bei Mondschein - und nach erfrischendem Bad im gleichnamigen Herthasee - hier einen Reigen getanzt haben sollen, ist eine weitere der Überlieferungen. Immerhin - wahr oder nicht wahr - die Beschreibung erzeugt ein schönes Bild.

Tanzen, wie die Elfen...
Da wundert es nicht, dass man sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts sogar dazu aufraffte, den Rand eines Hügels abzutragen, um bequem unter der geheiligten Buche - wie einst die Elfen - tanzen zu können. Dies erregte dann jedoch einigen Unmut, auch beim preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Er beauftragte den damaligen Oberförster Fickert - zur besagten Zeit - die ursprüngliche Aufschüttung um die Herthabuche wiederherzustellen, was auch geschah.

Die abgebrochene Inspektion des Königs
Der König selbst, weilte 1854 erneut auf Rügen. Ein Besuch von Stubbenkammer stand dabei auch auf dem Plan. In alten Schriften wird dazu berichtet, dass er sich während einer Mittagstafel den Oberförster Fickert gefragt haben soll: "Herthabuche?" Worauf dieser ebenfalls nur knapp antwortete: "Gut, Majestät!" Darauf der König: "Ihr Glück! - Erst essen und trinken, dann sehen!" Jedoch soll er zum Ende der Tafel schlecht so schlecht ausgesehen haben, dass er zu Bett gebracht werden musste. Den Morgen darauf trug man ihn auf ´s Schiff. Was der Auslöser dieses Unwohlseins war? Wir wissen wir nicht. Bekannt ist nur, dass der preußische König nie wieder zur Herthabuche zurückgekehrt sein soll, um sie in ihrem natürlichen und hüglichen Umfeld wiederzusehen.

Der Mann im Baum
Heute verraten uns nur noch historische Aufnahmen, wie schön und prächtig die Herthabuche einst gewesen ist. Mächtig und kräftig läßt sie dabei auf den Fotos ihre Äste wie Arme in den Himmel recken - stark genug, um auch aufsteigende Männer zu halten. Wie den Mann im Baum, der erst auf den zweiten Blick auffällt.