Sonntag, 21. Mai 2017

Arndt-Eiche für ältestes Museum auf Rügen

Katharina Venz-Weiße mit der kleinen Arndt-Eiche
Garz. (SAS) Premiere für Rügen: Erstmals konnte zum Internationalen Tag des Museums auch ein kleiner Setzling im Garzer Ernst-Moritz-Arndt-Museum bestaunt werden. Der Ableger einer Eiche von der Insel, die Arndt 1834 selbst auf das Familiengrab in Bonn pflanzte, soll schon bald wieder
auf Rügen kräftige Wurzeln schlagen und damit auch ein Stück weit mehr an den bedeutendsten Sohn des Eilandes erinnern, an dem sich bis heute Kritiker und Anhänger kräftig reiben.
 
Eingeladen wurde zu einem kostenfreien Besuch, der es Gästen ermöglichte, im ältesten Museum der Insel, das ursprünglich 1937 als Rügen-Museum gedacht war, auf die Spurensuche durch die Museumsgeschichte zu gehen. Dabei ließ sich auch die wechselvolle Sammlungshistorie erkunden. Denn Gründer Ernst Wiedemann (1883-1958) hatte zunächst die Bereiche Geologie, Historie, Kirchen- und Stadtgeschichte, Handschriften und eine Arndt-Abteilung vorgesehen. Heute widmete sich das Museum vordergründig dem Namensträger. Damit befindet sich das Museum welches an den streitbaren Publizisten, Universitätsprofessor und Schriftsteller nur unweit von seinem Geburtshaus in Groß Schoritz.
 
Blick in die Arndt-Ausstellung, die an den bedeutendsten Sohn der Insel erinnert
Diese Neuausrichtung geht zurück auf die Zeit der DDR. Denn zwischen 1965 und 1969 erfolgte die Umgestaltung zum Memorial für Ernst Moritz Arndt, dem man seinen Einsatz gegen die Leibeigenschaft und für die Befreiung von der Besatzungsmacht hoch anrechnete . Eine kürzlich erfolgte Erweiterung des Altbaus, der vom Berliner Architekt Erhardt Schmidt entworfen wurde, ermöglicht heute allerdings auch wesentlich mehr Gestaltungsspielräume in Bezug auf Veranstaltungen oder Wechselausstellungen.  So hat sich ebenfalls die Erschließung des Museums wesentlich verändert. Der Zugang ist seit der Eröffnung des Neubaus im Jahre 2015 nun seitlich - vom neu gestalten Parkplatz aus - möglich.
 
Auch in der Ausstellung: Eine Haar-Locke von Ernst Moritz Arndt
Im Ergebnis präsentiert sich das Ernst-Moritz-Arndt-Museum damit nun erstaunlich zeitgemäß und setzt nicht nur auf Vitrinen, historische Dokumenten und Persönliches, sondern auch auf Audio-Technik. Ein Besuch empfiehlt sich daher nicht nur an Tagen der offenen Tür. Wer die Ausstellung "Erdenraum und Himmelstraum" von Kalle Zangerl besuchen möchte, hat dazu allerdings nur noch bis zum 18.Juni 2018 Gelegenheit.
Das Museum lockte dieser Tage sogar ausländische Besucher