Dienstag, 6. Juni 2017

Am Strand von Vitte

Natürliches Badeleben (Foto: Fotolia)
Vitte. (RO) Windstille Tage sind zwar bei den Gästen der Insel sehr beliebt aber auf Hiddensee sehr selten. Der Vorteil: Im Gegensatz zum trockenen, stehenden Festlandklima hat das Ostseeklima eine höhere Heilwirkung.
Den Badefreuden tut dies keinen Abbruch. Schon der Schriftsteller Gerhard Hauptmann fühlte sich von dem bereits damals ungezwungenen Badeleben angezogen. In Bezug auf sein Werk „Insel der Großen Mutter“ bekannte er: „Ich hätte sie wohl nie geschrieben, hätte ich nicht jahrelang auf Hiddensee die vielen, schönen oft ganz nackten Frauenkörper gesehen und das Treiben dort beobachtet.“ Dennoch war diese offene Begeisterung  nicht auf jeden seiner Freunde übertragbar. Max Kruse galt als „ein geschworener Feind“ nackter Männerbrüste. So wusste die Berliner Abendzeitung in ihrem Feuilleton zu berichten: „Deswegen pflegt er, von hochgelegenem Posten aus, mit dem Fern- glas Ausschau zu halten. Am nächsten Tage bekommen die Sünder, die nicht in hochgeschlossenen Badeanzug badeten, ein Strafmandat durch den Gendarmen überbracht, der ja - in der Zeit des Beamtenabbaus - ungern für überflüssig gehalten wird.“  
Später - zu DDR-Zeiten - erfreute sich die Freikörperkultur (FKK) weiter wachsender Beliebtheit. Es  wird durch Filme, wie „Frühling auf Hiddensee“, hinreichend für die Nachwelt dokumentiert.
Und heute? Man hat sich arrangiert, denn auch die Badegäste verbindet ihre Liebe zur Insel - verhüllt oder unverhüllt.
An naturnahen Stränden badet man an der Westküste Hiddensees so, wie es beliebt. Und bewachte Strandabschnitte finden sich in den Ortslagen von Kloster, Vitte und Neuendorf, wo die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) für die Sicherheit der Strandabschnitte sorgt.