Freitag, 23. Juni 2017

Für eine intakte Natur - ohne Windgiganten

 
Ein Gastbeitrag von Siegbert Geitz
 
Kaum jemand ist heute gegen erneuerbare Energie. Die Treibhausgase in Deutschland sollen bis 2050 um mindestens 80% gesenkt werden. So wird auch Windenergie als unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende gesehen, um in Zukunft unseren Energiebedarf zu 100% aus erneuerbaren Energien zu generieren. Die Zeit der kleinen, sich in die Landschaft integrierenden Windparks ist allerdings vorbei. Heute sehen wir große Windindustrieanlagen mit 200m und mehr.

Dabei werden Risiken der Windindustrie verschwiegen, Umweltgefahren verdrängt und Kritiker als rückständig ausgegrenzt.
Die folgenden Punkte sollten jedoch nicht außen vor gelassen werden.
 
Wertminderung von Immobilien ist eine zwangsläufige Folge der Windindustrie. Ein von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt erstelltes Gutachten geht von 30% Wertminderung bis zur Unverkäuflichkeit aus. In Kanada wurden Wertverluste von 40% realisiert. In Dänemark wurde bereits 2009 ein Gesetz verabschiedet, das Schadensersatzansprüche vorsieht. In Deutschland verlangen die Parlamente in Bund und Land bisher, dass Wertverluste hinzunehmen sind.
 
Gesundheitsrisiken durch Infraschall und tieffrequenten Schall werden von der Windkraftindustrie und auch von Behörden verharmlost. In Dänemark werden die gesundheitlichen Gefahren staatlich untersucht. Bis dahin dürfen keine neuen Windindustrieanlagen errichtet werden.
Nun mag es sein, dass ein einzelnes Windrad die hörbaren Lärmgrenzwerte einhält. Stehen jedoch mehrere Windräder beieinander, summiert sich der Lärm. Insbesondere in bisher unverlärmten/ruhigen Gegenden ist, wie z.B. West-Rügen, mit massiven Störungen des Wohlempfindens und damit langfristig der Gesundheit zu rechnen. Außerdem wirken sehr hohe Windräder bedrohlich auf Mensch und Tier.
Hinzu kommt die Befeuerung/Lichtsignale je nach Wetterlage bei Tag und zwingend in der Nacht, sowie der Schattenwurf (Stroboskopeffekt) durch die Rotoren. Da hilft dann nur, selbst bei Tag, die Rollläden zu schließen.
 
Die Wertschöpfung durch Windkraftanlagen wird fast ausschließlich von uns, den Stromkunden, erbracht. Sei es durch den ständig steigenden Strompreis oder durch aus Steuern finanzierten Subventionen. Das Risiko für Hersteller, Bau- und Wartungsfirmen, Banken und usw. ist gering.
 
Der Strombedarf kann wegen fehlender Speichertechnik nicht aus erneuerbarer Energie gedeckt werden. Da Wind nicht immer weht und die Sonne nicht immer scheint müssen, damit das Stromnetz nicht zusammen bricht, konventionelle Kraftwerke bereitgehalten werden. Dies bedeutet pro Kilowatt aus Wind- und Sonnenkraft müssen 0,8 Kilowatt im Hintergrund durch Kohle-, Gas-, und Atomkraft bereitgehalten werden. Die Ersparnis an CO2 ist verschwindend gering. Mit Speichermöglichkeiten für Strom aus der Windkraftindustrie ist in naher Zukunft nach Stand der Technik nicht zu rechnen.
 
Dies sind nur einige Aspekte die gegen den weiteren exzessiven Ausbau der Windkraftindustrie sprechen. Was wir brauchen ist ein Innehalten und genaues Überlegen und Planen. Die Zukunft liegt in einem Mix verschiedener erneuerbarer Energien und – unverzichtbar - dem Stromsparen.
 
Siegbert Geitz ist - neben Sabine Warmbrunn - Sprecher der Bürgerinitiative Gingst "Für eine intakte Natur - ohne Windgiganten", F.E.I.N. - ohne Windgiganten. Diese richtet sich nicht gegen Windkraft als "erneuerbare Energie". Vielmehr ist sie der Auffassung, dass Windparks nur dort gebaut werden sollten, wo und soweit sie mit der Umgebung kompatibel sind - u.a. unbewohnte und unfrequentierte Gebiete, wie beispielsweise neben Autobahnen. (Foto: Bürgerinitiative Gingst)
 
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Unser Spendenkonto bei der Pommerschen Volksbank lautet:
Kontoinhaber: Siegbert Geitz und Sabine Warmbrunn
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BIC: GENODEF1HST
 
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Zu unseren Gastautoren zählen u.a.:
Klaus Ender, Holger Friedrich, Siegbert Geitz, Frieder Jelen, Dirk Liedtke, Kurt und Susanne Monz, Judith Schwarz, Herbert Trilk, Maik Zilian