Freitag, 9. Juni 2017

Jede 3. Plastikflasche in die Ostsee werfen?

Plastikverpackung wird zu einem Umweltproblem
Sassnitz. (RO) Vom Termin her war der Sommeranfang am 1. Juni. Doch wer den Zeh dieser Tage in die Wellen der Ostsee tauchte, dürfte wohl noch von einem Sprung in das Nass Abstand genommen haben. Zu kühl! Die Wassertemperaturen vor Rügen schwanken derzeit zwischen 13 und
16 Grad. Da mag das Bundesumweltamt noch so oft sagen, dass sich unsere Ostsee stärker als andere Meere erwärmt - spürbar ist das jedenfalls für viele noch nicht.
 
Anders sieht es da mit dem Müll am Strand aus. Zugegeben: Die "Vermüllung" der Ostsee ist auch sichtbarer und besorgniserregend. Ein Blick auf die Sandstrände der Insel dürfte dafür reichen. Nun haben es aber erstmals auch Forscher festgestellt: Sie sammelten auf durchschnittlich 100 Metern Küstenlinie an die 70 Teile Müll. Von diesen bestand die überwiegende Mehrheit aus Plastik. Diese tritt aber längst nicht nur als Strandgut auf, sondern auch als Beifang der Küstenfischer oder in den Mägen toter Vögel, wo sie in die Nahrungskette der Tiere immer häufiger Eingang finden. Kein Wunder! WWF-Angaben gehen derzeit davon aus, dass jede 3. Plastikverpackung (!) im Meer schwimmt. Angesichts dieser Annahmen müssen allerdings auch Müllsammelaktionen, wie der "Aktionstag gegen Meeresmüll" - der auf der Insel von Schülern der Inselschulen zusammen mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) durchgeführt wird - oder die Sonderaktion  "Küstenschutz 2017" - an der in diesem Jahr über 600 Schülerinnen und Schüler der Insel teilnehmen - wie der sprichwörtliche "Tropfen auf dem heißen Stein" wirken.
 
Wer dem etwas entgegensetzen, möchte sollte vielleicht im eigenen Haushalt beginnen, denn: Wer kann sich schon vorstellen jede 3. seiner Plastikeinwegflaschen in die Ostsee zu werfen? Also könnte man ja beim Einkaufen von Kaltgetränken beginnen. Für Wasser, Limonaden oder Biere gibt es seit Jahrzehnten bewährte Glasflaschen-Pfandsysteme. Viele der Wasser und Biere kommen dazu sogar aus der Region. Übrigens bietet einer der Rügener Bauern sogar jetzt seine Frischmilch in der Glasflasche an. Die einmal gekaufte Flasche kann man an der "Milch-Tankstelle" - wie im Edeka von Sagard - wieder auffüllen. Vielleicht die erste Gelegenheit für einen Umstieg...
 
Alternativen zu Einwegverpackungen gibt es auch aus der Region
 
 
 
http://www.inselreport.de/p/rugen-outdoor.html