Montag, 31. Juli 2017

Rügener Filmfestival startet am 4. Oktober

Das Logo des neuen Festivals
Sassnitz. (SAS) Rügen und Film? Das passt zweifellos zusammen. Immerhin wurden hier schon weit über 170 Filmstreifen auf Zelluloid gebannt; einige von ihnen sogar noch bevor in Babelsberg überhaupt eine Filmrolle ausgepackt wurde. Erinnert wird daran in diesem Jahr sogar mit einer eigenen Veranstaltungsreihe an diese Geschichte Rügens.

Nun also auch ein internationales Filmfestival! Stattfinden soll es vom 4. bis 8. Oktober. Den Auftrag für die Durchführung hat die Kulturstiftung Rügen an die eigens dafür gegründete gemeinnützige GmbH Baltic International Filmfestival übertragen. Diese plant nun die Aufführung der Filmen an acht Spielorten: Im Yachthafen (Lauterbach), auf der Seebrücke (Sellin), im Grundtvighaus (Sassnitz), im Theater und im Marstall (Putbus), im Cliff-Hotel (Sellin), in der Museumswerft (Greifswald) sowie in der St.-Jakobi-Kirche (Stralsund). Einige der Spielorte haben dabei bereits Tradition. So werden regelmäßig im Grundtvighaus und im Cliff-Hotel Filme vorgeführt. Auch im Putbusser Theater wurden bereits zu besonderen Anlässen - wie dem Tag des offenen Denkmals - Filmvorführungen veranstaltet. Ebenso hat sich der Marstall als Aufführungsort - er war u.a. die erfolgreiche Schlechtwetter-Variante für das Zeigen des Films "Alles auf Zucker" beim "Putbusser Kinosommers", wo Rolf Hoppe zu Gast war - bewährt. Gleiches lässt sich von Filmvorführungen in der Stralsunder St.-Jakobi-Kirche berichten.
 
Das Programm - gezeigt werden Filme in vier Kategorien - soll nach dem Willen der Veranstalter die Gelegenheit zur Begegnung geben: Zwischen Einheimischen, ihren Gästen und Filmschaffenden. Nun, Grund genug genauer hinzuschauen. Die Filme aus den Ostseeanrainerstaaten sollen unter dem Motto "To See The Sea" stattfinden. Wie bekannt wurde, haben sie in ihren Heimatländern bereits Erfolge erzielt und werden sich nun international auf der Insel messen. Für die Bewertung soll eine hochkarätig besetzte internationale Jury den besten Film mit 7.500 Euro ausloben.
Eine weitläufigeres Motto ergibt sich bei Filmen, die unter dem Titel "Alltag im Wasser: Inselwelten" gestartet werden. Auf das Interesse des Publikums könnten  dabei auch Filme sorgen, die in der Kategorie "Pommern im Fokus: Local Heros" gezeigt werden. Allerdings erzeugen die Ankündigungen im  Vorfeld eine Frage - Wir zitieren hier zunächst die Veranstaltern beim Versuch eines Spagats:  "In Kurzfilmen, Spielfilmen, TV-Produktionen und Dokumentationen entdeckt das Publikum die Identität der Pommeraner durch  kenntnisreiche Blicke auf die deutsch-polnische Küste und ihr Hinterland." Klar ist: Es gibt den Pommer, die pommersche Küste und es gibt auch eine Euroregion Pomerania. Aber: Was ist eigentlich ein Pommeraner? Die vierte Kategorie steht unter dem Motto "Europa im Herzen: European Highlight".
 
Im Vorfeld des internationalen Filmfestivals wird mit weiteren Ankündigungen sicher auch die Veranstaltung noch inhaltlich und qualitativ fassbarer. Leider vermisst man bekannte Filmschaffende, die auf Rügen ihre Wurzeln haben - wie Regisseur Christian Schwochow oder Schauspieler Devid Striesow. Vielleicht hätte man sogar Claus Maria Brandauer gewinnen können, auch hier gibt es ja entsprechende Ansätze über die Hansestadt Stralsund. Aber: Wir lassen uns überraschen. Den Veranstaltern möchte man - gerade bei der Premiere in diesem Jahr - viel Erfolg wünschen!
 
Der Kartenverkauf für die Filmvorführungen beginnt übrigens am 4. September 2017.