Donnerstag, 27. Juli 2017

Wenn die Störche wieder klappern...

Leider ist "Meister Langbein" immer seltener auf der Insel zu Hause...
Rügen. (RO) Das Deutschland bei den Geburten von Kindern weiter unter dem europäischen Durchschnitt liegt ist bekannt. Ob der Storch damit etwas zu tun hat? Immer weniger Weißstörche brüten bei uns. Galten die Bestände über Jahrzehnte an der pommerschen Küste als stabil, so ließ
sich landesweit ab 2005 ein massiver Einbruch feststellen. Seither befindet sich der Weißstorch im "Sinkflug" - so stark, dass man Weißstorch in der Roten Liste der Brutvögel nicht mehr als "gefährdet" ansieht, sondern bereits als "stark gefährdet" einstuft. Umwelt- und Naturschützer machen dafür u.a. die sich stark verändernde Kulturlandschaft verantwortlich, die auch Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt hat.
 
Auf Rügen nimmt die Zahl der Störche - lt. der Internetseite "Störche auf Rügen" von Matthias Bräse - seit 2004 ab. Drastisch! Nach der Wende lag die Höchstzahl bei 34 Storchenpaaren - im Gegensatz dazu wurden 2014 nur noch 17 Horstpaare von dem Regionalbetreuer des Naturschutzbundes Deutschland e.V. gezählt. Zu den Horststandorten auf Rügen zählt Matthias Bräse Bergen, Dumsevitz, Serams, Zirkow, Posewald, Lonvitz, Alt Lanschvitz, Strachtitz, Poseritz, Jarkvitz, Götemitz, Zirkow-Hof, Haidhof, Venz, Ramitz, Platvitz, Woorke, Parchtitz-Hof, Rappin, Neparmitz und Unrow.
Auf Woorke ist Adebar seit über 100 Jahren "Stammgast"
Zu den ältesten Horsten dürfte dabei Woorke zählen. Wenn man den Überlieferungen glauben mag, sind die Störche dem Ortsteil von Patzig schon seit über 100 Jahren treu. Zunächst hatten sie dabei ihr Nest auf der Brahmerschen Scheune (Grundstück Nr. 14). Dann - ab Mitte der 70er Jahre wurde ihnen eine neuer Platz im Dorfe heimisch. Vor Ort berichtet auch ein Artikel (auf einer Tafel) über das Woorker Storchenleben. Er ist von Werner Häcker geschrieben. Dieser besuchte damals den Woorker "Storchenvater" Hubert Dallmann und konnte noch einen Nachwuchsrekord vermelden: 4 Junge waren im Nest von "Meister Langbein" zu zählen. Ausreichend Nahrung für die ständig hungrigen Schnäbel der Jungen - so Dallmann damals - fanden und finden sich im Woorker Moor und in den beiden Dorfteichen.
 
In diesem Juni 2017 in Woorke: "Adebar ist wieder da!"
Der Storch gehört zur Gattung der Schreitvögel. Er ist ein Fleischfresser und Zugvogel. Auch in diesem Jahr ist Adebar wieder in Woorke auf Rügen zu Gast.
 
Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) hat ihm sogar eine eigene Seite gewidmet. Kein Wunder, denn 1899 wurde der Verband als "Bund für Vogelschutz" von Lina Hähnle gegründet. Heute setzen sich 460.000 NABU-Mitglieder und -Förderer für den Naturschutz ein. Auch auf Rügen gibt es einen Kreisverband.
 
sowie zum NABU-Kreisverband Rügen

Unterwegs zwischen Putbus und Vilmnitz Ende Juli 2017