Mittwoch, 2. August 2017

"Mister Vorpommern" besucht Rügen

Staatssekretär für Vorpommern: Patrick Dahlemann (Foto: Staatskanzlei M-V/Susi Knoll)
Binz. (BM) Handlungsbedarf für Vorpommern, den sahen beide Regierungsparteien (SPD und CDU) nach der Wahl zum neuen Landtag 2016. Im Ergebnis wurde Patrick Dahlemann (SPD) zum Staatssekretär für Vorpommern ernannt. Und obgleich beispielsweise Demmin zu keinem der
beiden pommerschen Landkreise (Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald) gehört, machte der Staatssekretär noch 2016 deutlich, dass er auch hier - also geografisch in ganz Vorpommern - seinen Handlungsrahmen sieht.
 
Die Menschen zusammenzubringen, die Kräfte zu bündeln und dann geschlossen für die Region zu kämpfen - so beschrieb er in einem seiner ersten Interviews mit der "Haff-Zeitung" seine Rolle als Botschafter für die Region. Nun - einige Monate später - ist vieles greifbarer geworden: So kündigte der scheidende Ministerpräsident Erwin Sellering noch im Juni diesen Jahres an, dass es eine regierungsinterne Lenkungsgruppe für Vorpommern geben werde, der alle Staatsekretäre des Landes angehören würden. Außerdem sollten die bestehenden Fördermöglichkeiten stärker für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung der Region genutzt werden. Ziel sei es eine Stärkung der pommerschen Identität zu erzielen.
 
Etwas praktischer wurde es dann mit dem "Vorpommern-Fond". Der wurde am 6. Juli 2017 vom Landtag freigegeben und auf jährlich 2 Millionen Euro festgesetzt. Alleine die Ankündigung im Vormonat hatte schon nach kurzer Zeit für einen Ansturm auf die neue Förderquelle gesorgt: Mitte des Monats wurden bereits etwa 100 Anträge auf Mittelzuweisungen gezählt. Und auch der politische Gegenwind ließ nicht lange auf sich warten: Während die Linke einen Staatssekretär für Vorpommern ablehnte, bezeichnete die AfD Dahlemann - in Anspielung an die Überbringung von Fördermittelbescheiden - als "bestbezahltesten Briefträger der Welt". Allerdings muss festgestellt werden, dass der von der Landesregierung gesehene Handlungsbedarf zwar zur Schaffung des Staatssekretärs führte, man aber bei der Umsetzung des Vorhabens absolutes Neuland betritt.
 
Dahlemann verschafft sich derweil erst einmal einen Überblick und sucht dabei zunächst den Kontakt vor Ort. Auf seiner Tour durch den pommerschen Landesteil und damit durch 27 Ämter hat er seit Montag beispielsweise die Schwerpunkte auf Wirtschaft, Kultur und Gutshäuser gesetzt. Wegen den zuletzt genannten Zeitzeugen regionaler Identität wird er morgen, am Donnerstag, den 3. August 2017, seine Rundreise fortsetzen. Um 8.30 Uhr wird er auf der Burg Spantekow, um 11.00 Uhr auf Schloss Ludwigsburg und um 14.30 Uhr auf dem Jagdschloss Granitz auf der Insel Rügen erwartet. Sollte er dann wieder pannen- und staufrei auf das pommersche Festland gelangen, wäre auch um 17.15 Uhr noch ein Besuch des Wasserschlosses Divitz möglich.