Sonntag, 20. August 2017

Unsere Inselfilme: "Brand im Ozean" (1939)

Links: Plakat zum Film, rechts: Postkarte der Terra Filmkunstgesellschaft
Lauterbach. (IF) Seit über 100 Jahren werden Filme auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund gedreht wurden. Wir rufen einige von ihnen wieder in Erinnerung...
Der Süden der Insel Rügen war bereits mehrfach als Filmkulisse für Kinostreifen in unseren Blickpunkt gerückt. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Filme „Die Heiden von Kummerow“ oder „Geheimakte W.B. I“. Wie beim Letztgenannten fanden auch die Dreharbeiten zu
dem Film „Brand im Ozean“ 1939 am Greifswalder Bodden statt. Die Terra Filmkunst Gesellschaft scheute als Produktionsfirma für deren Umsetzung weder Mühe noch Kosten. So konnten für die Hauptrollen bekannte Schauspieler, wie Hans Söhnker und René Deltgen, verpflichtet werden. Doch worum geht es inhaltlich in der frei erfundenen Handlung?

An der mittelamerikanischen Küste bohrt eine Ölgesellschaft nach dem begehrten „schwarzen Gold“. Die Suche treibt die Firma immer weiter aufs Meer hinaus. Da findet Tom, der Taucher, eine vielversprechender Stelle zum Bohren. Aber entgegen der Vermutung muss viel tiefer gebohrt werden. Hilfe versprechen eigentlich nur die Sprengungen durch Nick. Der Panzertaucher ist Toms bester Freund und Lösung des Problems. So weit, so gut! Nur: Mit Juana, der Tochter des Ölgesellschafters Don Pedro, erhöhen sich auch die Spannungen in der Handlung. Die Schönheit verdreht natürlich gleich beiden Freunden den Kopf. Da bleibt nur eine Aussprache zwischen Tom und Nick. Letzterer ist bereit zu gehen, als Juana ihm ihre Liebe gesteht. Tom – dabei zugegen – ist enttäuscht. Das Drehbuch sorgt nun für getrennte Wege. Juanas Vater, Don Pedro, gewinnt Tom als Mitstreitern für die Hebung eines Wracks im Bohrgebiet. Es lockt das Gold an Bord, welches sich noch auf dem Meeresgrund befinden soll. Für Nick ist dies die Katastrophe, denn bei der Reparatur einer Leck geschlagenen Ölleitung entzündet eine Laterne das aufsteigende Öl. Schon bald steht das Meer in Flammen. Juana wendet sich – Sie ahnen es! - an Tom und bittet diesen um Hilfe bei der Rettung. Der entscheidet sich für den Freund, kappt die Taue des „Goldwracks“ und rettet Nick. Unversehrt zieht er ihn an die Wasseroberfläche! Beide sind in Freundschaft wieder vereint... Die Botschaft: „Freundschaft ist wichtiger als Reichtum!“

„Brand im Ozean“ ist sicher ein für seine Zeit ungewöhnlicher Film. Auch wenn in der Handlung zwischen Tom, Nick und Juana eigentlich nichts überrascht, so ist doch das Thema Rohstoffgewinnung, Profitstreben und zwischenmenschliche Werte – bis hin zur Ritterlichkeit! – nicht uninteressant. Verrückt: Die Inszenierung einer Ölbohrung vor der Insel Rügen und der pommerschen Küste war auch real nicht ganz abwegig. So erschien 1938 (!) eine entsprechende Betrachtung in der Wochenschrift „Zeitschrift für Erdkunde“ durch Karl Köster. Nach dem 2. Weltkrieg fanden dann auch erste Bohrungen statt. Aber das ist keine Filmgeschichte...

 
Unsere Inselfilme in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung: 
"Pro Patria" (1910) / "F.P. 1 antwortet nicht" (1932) / "Lügen auf Rügen" (1932) / "Der Dschungel ruft" (1936) / "Brand im Ozean" (1939)"Geheimakte W.B. I. (1941) / "Das Mädchen von Fanö" (1941) / "Schatten über den Inseln" (1952) / "Genesung" (1955)"SAS 181 antwortet nicht" (1958) / "Im Sonderauftrag" (1959)"Hatifa - Abenteuer einer Sklavin" (1960) / "Ein Sommertag macht keine Liebe" (1960) / "Die Hochzeit von Länneken" (1964) / "Die Reise nach Sundevit" (1966) / "Mitten im kalten Winter" (1968) / "Die Heiden von Kummerow" (1968)"Heißer Sommer" (1968) / "Suse, liebe Suse" (1975)"Tambari" (1976) / "Hiev up" (1978)

Wir danken für die Unterstützung:
der DEFA-Stiftung, dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA),
dem Rügener Filmarchiv, dem Studio Hamburg, der ARD und dem ZDF