Dienstag, 12. September 2017

Briefe an die Redaktion


Rügen. (SAS) Als wir dieser Tage einer Vereinssitzung in einem Binzer Hotel beiwohnten, kochten die Meinungen zu verschiedenen Themen hoch. So auch zum Thema "Leserbriefe in Zeitungen" und was daraus wird, wenn sie es heute überhaupt noch in die Tagespresse schaffen. Nur kurze Zeit später erreichte uns dieser Brief, der nicht nur dieses Thema streift. Der einstige Leser der "Ostsee Zeitung", der nach eigenen Angaben bis vor etwa 10 Jahren auch noch Leserbriefe schrieb, griff nun noch einmal zum Stift. Grund genug diesen Brief hier 1:1 wiederzugeben:

Sehr geehrte Redaktion !
Was tut man, wenn ein Land wie Deutschland - das sich ständig auf seine demokratischen Verhältnisse beruft - nachweislich ständig dagegen verstößt; wenn normale Zeitungen keine (oder nur gefällige) Leserbriefe bringen? Wenn Journalisten bewacht werden in der Annahme (Hoffnung), dass diese Personen gegen Gesetze verstoßen? Wenn Akkreditierungen zurück genommen werden, obwohl der Betroffene nichts Verbotenes gemacht hart? Wenn Kritiker jeder Coleur sofort in die rechte oder linke Ecke gestellt werden - selbst dann, wenn ihre Kritik gar nicht politisch motiviert ist.  
 
Dann gehen jedem Demokraten die Gründe verloren, für die er sich einsetzt - nämlich Zustände zu kritisieren, damit sich etwas bessert. Wenn das - und mehr passiert - dann ist "Deutschland in Not", denn die Bevölkerung will seine Demokratie nicht gefährdet sehen. Und genau das ist der Grund, ins Internet zu gehen, weil die Betroffenen von der eigenen Presse keine Unterstützung erhalten. Der Filz von Politik, Wirtschaft und Kultur ist in den 25 Jahren seit der Wende derart ausgeufert, dass man kaum noch Institutionen findet, die den Bürger vertreten - obwohl sie eigentlich für ihn errichtet wurden.
 
Ein so betroffener Bürger, der seine Freizeit, seinen Beruf und Liebe zur Natur in den Konsens zur Insel Rügen stellt, uneigennützig seit 15 Jahren eine kritische Seite im Internet hat - musste feststellen, dass sich die Politik gegen ihn - und alle Freidenker stellt.
 
Ein Mann, ein ausgezeichneter Fotograf und Lyriker, der seine Arbeit in Publikationen steckt, die der "Lebenshilfe" dienen, wird z.B. vom NDR ignoriert, weil keines seiner 150 Bücher, die er illustriert und 18 davon geschrieben hat, jemals vorgestellt wurde.
 
Jeder Versuch, von mehreren Regisseuren, von der Filmförderung MV für einen Film über Klaus Ender unterstützt zu werden, wurde abgewiesen. Dem "Rundumschlag" der Politik, kann nur noch über das Internet Einhalt geboten werden, weil das ganze System von Lobbyisten gesteuert wird, deren Handelnde dann die Politiker sind. Das Parlament kontrolliert auch nicht mehr die Regierung, denn die - kontrolliert das Parlament. Dadurch kommen Gesetze zustande, die (wie das letzte Naturschutzgesetz) ein Skandal der menschlichen Moral ist. (Thema auch in ihrem Artikel "Ein Vogel als Staatsfeind Nr. 1")
 
Wenn die Politiker glauben, dass man auf Freidenker verzichten kann, dann ist das ein gewaltiger Irrtum. Sie waren es immer, die der Politik Anstöße zum Handeln gaben - nicht umgekehrt. Die Selbstgefälligkeit der Politiker endet erst da, wo ihr Amt aufhört, die eigene Person über ALLES zu stellen.
 
Das könnte die nächste Wahl erreichen - sofern noch Politiker zur Verfügung stehen, die eine Alternative zum derzeitigen Etablissement darstellen.

Robert Besing


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