Montag, 4. September 2017

Die CIA-Protokolle zum Wahlkampf auf Rügen

Das war schon eher ungewöhnlich: Nachdem die zwei CIA-Mitarbeiter - der ehemalige KGB-Agent Wladimir Konjez und Sydney Harper - gerade erst sich in Berlin eingerichtet hatten, erhielten sie am Freitag den Auftrag in den Kanzler-Wahlkreis - genauer auf eine Insel namens "Rügen" - zu fliegen.
Hier sollten sie sich im Vorfeld des Besuches des amerikanischen Botschafters schon einmal umschauen und in einem Bergener Hotel, dass zu einer Kette gehörte, auf den britischen MI 5 Mitarbeiter, Rand Mc Dowell treffen. So reisten sie also über Güttin mit einem Kleinflugzeug an und nutzten anschließend ein Taxi.

 Auf der Insel angekommen, rieben sich die "Touristen" allerdings erstaunt die Augen: Von Wahlkampf war immer noch so gut wie keine Spur. Nur ein paar Großraumplakate zeugten von kommenden glücklichen Zeiten. Immerhin waren eines von ihnen Wladimir Konjez sofort aufgefallen, er bekam sogar einen Lachanfall - von dem er sich kaum zu erholen schien. "...was hast Du, Wladimir?" fragte Harper besorgt. "...so lebensecht!" prustete dieser nur und zitierte lachend: "...Das große Ganze beginnt mit einem Ohr für die kleinen Dinge." Und konnte sich kaum noch halten. Harper verstand immer noch nicht. Erst, nachdem sich Konjez einigermaßen beruhigt hatte, erläuterte der Russe Harper, dass die Kanzlerin darauf aussähe wie dieser Typ aus dem Streifen " Das Leben der Anderen" der gerade mit einem Kopfhörer die Wohnung überwachte. "Auf so etwas kann nur die CDU-Werbeagentur Q.E.D. kommen..."

Überhaupt hatte die CDU auf Rügen einen schweren Stand. Berichte besagten, das die Partei bereits in Selbstauflösung war. Kürzlich hatte eine Ortsgruppe nach den Vorgaben der Berliner Parteizentrale den "Häuserwahlkampf" erprobt. Allerdings wurden sie dabei von Rentner eines Dorfes bei Sassnitz zum Narren gehalten. Wohlwissend, dass sie laut Parteistrategie eine Zeitvorgabe von einer Minute pro Haustür hatten, um Flyer und Kugelschreiber an den Mann bzw. die Frau zu bringen, verwickelten sie die CDU-Wahlkämpfer in endlose Debatten zur Nahversorgung und Flüchtlingspolitik, so dass das orange Kampagnen-Team der CDU entnervt aufgab.
 
Davon bekam die Berliner Tagespresse offensichtlich nur wenig mit. Eine der Zeitungen meinten sogar: Im Kanzler-Wahlkreis würden alle Gegenkandidaten zusammen "weniger Heu einfahren" als die Kanzlerin. Doch das Gegenteil droht sich abzuzeichnen. Darüber berichtete nicht nur der Schweizer Rundfunk ("Im Osten brodelt es..."). Einer internen Erhebung einer Deutschland-Abteilung zu Folge, würde es am 24. September 2017 eine faustdicke Überraschung geben, die nur noch durch massive Einflussnahme zu verhindern wäre. Konjez war bereits nach wenigen Stunden klar, woran das lag: Außer auf Pappe war die Kanzlerin in ihrem eigenen Wahlkreis kaum noch präsent. Daran würde auch ihr Termin in Binz beim Duckstein-Festival wenig ändern. Einzig die Hoffnung, hier nicht  von "Rowdys" und "subversiven Elementen" niedergebuht zu werden, könnte sich erfüllen. Einzig unklar war ohnehin nur, ob sie ein Prost mit einem Ducksteiner-Humpen ausstößt und ob das Bier-Logo durch ein aufgeklebtes schwarzes Tape abgeklebt wird.

Zu einer ganz ähnlichen Einschätzung kam auch Rand Mc Dowell. Er galt als eine Legende beim MI-5 und als bekennender Bownie-Fan. So verwunderte es kaum, dass er die amerikanischen Kollegen auch mit diesem typisch englischen Gaumenschmauß zu überraschen wusste. Willkommener Anlass des Treffens war das Wahlkampf-Duell zwischen den beiden Kanzlerkandidaten am Sonntag zur besten Sendezeit. Während jedoch im Fernsehen alles eher kuschelig zuging, war bei dem Treffen der Agenten die Situation heiß: Der Kampf um das letzte Gebäck-Stück erwies sich als kritisch, denn jeder sollte die unglaublichste Geschichte über einen CDU-Politiker erzählen. Die absurdesten Geschichten machten nun die Runde, allerdings schaukelte sich auch die Stimmung in den letzten drei "Storys" immer weiter hoch: So behauptete Harper, dass der CDU-Generalsekretär Peter Tauber als Mit-Autor der "Pflegehinweise für das Kaninchen" (das musste er gegooglet haben!) bereits den Posten als Tierschutzminister zugesagt bekommen habe. Mc Dowell war davon war damit allerdings kaum zu beeindrucken. Er meinte, dass der Finanzminister sich um den Sessel des Internationalen Währungsfond beworben hätte und als Referenz eine Mehrwertsteuer von 24% anbot. Doch den "Vogel" (und damit den Brownie) schoss dann doch Vladimir Konjez ab. Der Russe behauptete allen Ernstes der Führungsoffizier der Kanzlerin gewesen zu sein und gab noch einen Kurzbericht eines abenteurlichen Seitenwechsel im Herbst 1989 zum Besten. Harper und Mc Dowell kreischten vor Lachen, tippten sich mehrfach mit dem Finger gegen die Stirn. Gegen 4.00 Uhr - Montag - wurde ein Sanitäter ins Hotel gerufen.    

Diese Zusammenfassung der Erkenntnisse aus Abschöpfungen mitgeschnittener Telefongespräche und Lagebeurteilungen wurden von Wistleblower Jerry English online gestellt. Quelle: Wikifreaks
 
Mehr zu den CIA-Protokollen am 2.08.2017 / 10.08.2017 / 18.08.2017

(Satire)