Donnerstag, 14. September 2017

"Kruso" - Eine Hiddenseer Geschichte wird verfilmt

Rimbaud (Peter Schneider), Ed (Jonathan Berlin), Regisseur Thomas Stuber und Kruso (Albrecht Schuch)
(Foto: © MDR/Lukas Šalna)
Hiddensee (SAS). Lutz Seiler ist Jahrgang 1963, aufgewachsen in Gera-Langenberg. Seine Biografie klingt wenig spektakulär: Lehre als Baufacharbeiter, dann Wehrdienst... Doch ausgerechnet in der Nationalen Volksarmee (NVA) entdeckt er für sich die Literatur und beginnt selbst Zeilen zu Papier zu bringen. Ausgerechnet im Sommer 1989, als die DDR bereits Auflösungserscheinungen offenbart, arbeitet Sailer als Saisonkraft auf dem "Söten Länneken"...

Sein erster Roman? "Kruso", er folgt geografisch eben jener eigenen Spur: Edgar Bendler - "Ed" - entflieht seinem Leben und wird Abwäscher auf Hiddensee - hoch über dem Meer beim "Klausner". Hier lernt er auch Alexander Krusowitsch - kurz "Kruso" - kennen. Seiler bezeichnet Kruso selbst als "Paten" der Insel, der den "Schiffbrüchigen" des Landes in drei Tagen die Wurzeln der Freiheit verspricht. Beide verbindet schon bald eine Freundschaft innerhalb der 12-köpfigen "Tafelrunde" im Klausner. Doch dann kommt der Sommer 1989. Er und die Fluchtbewegung über Ungarn  zerstören die Utopie einer Gemeinschaft - wovon am Ende nur noch Ed und Kruso übrig bleiben...
 
Der Erfolgsroman, der noch im Erscheinungsjahr 2014 mit dem Uwe-Johnson-Preis und dem Deutschen Buchpreis geehrt wurde, diente bereits 2015 als Vorlage für ein Hörspiel; Erstsendung 29. Juni 2015. Im gleichen Jahr wurde die Filmrechte vergeben. Nun haben Anfang September die Dreharbeiten zur Verfilmung von "Kruso" begonnen. Die UFA FICTION Produktion erfolgt in Kooperation mit dem MDR und der ARD Degeto. Das Drehbuch dafür schrieb Thomas Kirchner - u.a. bekannt durch den Zweiteiler "Der Turm".