Sonntag, 10. September 2017

Unsere Inselfilme: "Die Reise nach Sundevit" (1966)

Schnell wiederzuerkennen: Der Leuchtturm auf dem Dornbusch (Foto: DEFA-Stiftung)
Kloster. (IF) Seit über 100 Jahren werden Filme auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund gedreht wurden. Wir rufen einige von ihnen wieder in Erinnerung...
Können Sie sich noch an ihre Schulzeit erinnern? Tim, der Sohn des Leuchtturmwärters, ist in den Ferien oft allein. Er hat keine Spielkameraden und unterhält sich mit selbstgeformten Figuren aus Stein und Sand, die Personen von der „Schatzinsel“ darstellen. Da schlagen Stadtkinder ihre Zelte am Strand auf. Ihr Aufenthalt ist kurz, aber Tim schließt Freundschaften und wird zu einer gemeinsamen
Reise nach Sundevit eingeladen. Er freut sich. Doch vor seiner Reise muss er noch Vieles erledigen. Und seine Hilfe wird gebraucht! Während Tim die Zeit davon läuft, brechen seine neuen Freunde die Zelte ab. Sie können nicht mehr warten. Als Tim den Strand endlich erreicht, ist er bereits verwaist. Und so bricht er auf zu seiner „Reise nach Sundevit“...
Heiner Carow ist mit der Verfilmung des Kinderbuchs von Benno Pludra ein Streifen gelungen, der es an Abenteuer und Kinderromantik nicht fehlen lässt. Gedreht wurde er in der einzigartigen Kulisse der pommerschen Boddenlandschaft. Unverkennbar: Der Sohn des Leuchtturmwärters befindet sich vor dem Leuchtturm von Hiddensee, wo Vater Tammer, gespielt von Fritz Barthold, seinen Dienst versieht. Der Film lebt von seinem mimisch außergewöhnlich begabten Hauptdarsteller Ralf Strohbach. Lebendig wie jedes Kind seines Alters. Im inneren Ringen, sich selbst überwindend, entscheidet er sich und macht dadurch seine Handlungsweise dem kindlichen Zuschauer verständlich und nacherlebbar. Abgesehen von der Tatsache, dass der Film 1966 als DDR-Kinderfilm in die Kinos kam und es sich bei der Gruppe um eine Pioniergruppe handelt, erzählt der Inhalt von zeitlosen Werten, wie Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft. Leider war die Filmvorlage Pflichtlektüre an vielen Schulen, was zu unterschiedlichen Erinnerungen führen kann... Das Buch und der Film sind auch im Handel wieder erhältlich.

Unsere Inselfilme in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung: 
"Pro Patria" (1910) / "F.P. 1 antwortet nicht" (1932) / "Lügen auf Rügen" (1932) / "Der Dschungel ruft" (1936) / "Brand im Ozean" (1939)"Geheimakte W.B. I. (1941) / "Das Mädchen von Fanö" (1941) / "Schatten über den Inseln" (1952) / "Genesung" (1955)"SAS 181 antwortet nicht" (1958)"Hatifa - Abenteuer einer Sklavin" (1960) / "Ein Sommertag macht keine Liebe" (1960) / "Die Hochzeit von Länneken" (1964) / "Die Reise nach Sundevit" (1966) / "Mitten im kalten Winter" (1968) / "Die Heiden von Kummerow" (1968)"Heißer Sommer" (1968) / "Suse, liebe Suse" (1975)"Tambari" (1976) / "Hiev up" (1978)

Wir danken für die Unterstützung:
der DEFA-Stiftung, dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA),
dem Rügener Filmarchiv, dem Studio Hamburg, der ARD und dem ZDF