Montag, 25. September 2017

Windkraft? Nein, danke.

An der Straße statt mitten in der Natur: Windräder zwischen Stralsund und Greifswald
Glewitz. (SAS) Auch im Nordosten Strelows - auf dem pommerschen Festland, kurz hinter Stralsund - plante eine Projektentwicklungsgesellschaft einen Windpark für die Stralsunder Stadtwerke. Allerdings waren die Flächen am Waldrand nicht als Windeignungsgebiet ausgewiesen, so dass das Projekt im Zielabweichungsverfahren umgesetzt werden sollte - was bedeutete, das die Entscheidung über die Realisierung bei der Gemeinde lag.

Gegen das Vorhaben wandte sich bereits frühzeitig Widerstand, der von der Bürgerinitiative "Windpark Strelow-Bretwisch - Nein danke!" getragen wurde. Sie hatte bereits im April 2017 etwa 400 Unterschriften gegen die 12 geplanten Windräder gesammelt, die ca. 200 Meter in den Himmel ragen sollten.

Zu den guten Gründen, die einer Realisierung widersprachen zählte nicht nur, dass die Errichtung von Windenergieanlagen selbst vom Planungsverband Vorpommern abgelehnt wurde und keine Berücksichtigung im neuen im "Regionalen Raumentwicklungsprogramm Vorpommerns" fand. Auch sieht man die noch vorhandenen heimische Pflanzen- und Tierarten als bedroht an und sorgt sich um die eigene Gesundheit.

Die Entscheidung darüber sollte letztlich von den Einwohnern durch einen Bürgerentscheid gefällt werden. Das Ergebnis der Entscheidung - die zeitgleich mit der Bundestagswahl herbeigeführt wurde - ergab ein eindeutiges Ergebnis: Danach sprachen sich am 24. September 2017 die Bürger mit 218 Stimmen zu 49 Stimmen gegen eine Ausweisung von Windeignungsflächen im Bereich Strelow / Turow aus.

In der Woche nach der Wahl dankte Britta Flödl von der Bürgerinitiative allen Mitstreitern und Wählern für ihre Unterstützung. Das Beispiel zeigt auch in Vorpommern, wie groß die Kluft zwischen Klima und Naturschützern geworden ist. Von der Entscheidung der Bürger profitiert übrigens auch ein Schreiadlerpaar. Es hat sich nicht vertreiben lassen und zog sogar ein Junges auf. Der Bestandsschutz für diese vom Aussterben bedrohte Art geht auch hier weiter.