Montag, 23. Oktober 2017

Mythos Störtebeker (4): "Die Rückkehr"

Dankeschön! - Ein Hühnergott von der Insel wird zukünftig
Manfred Gorr - unseren Störtebeker - auf seinen Wegen begleiten
Sassnitz (SAS). Das die 4. Veranstaltung der Reihe "Treffpunkt Sassnitz" etwas Besonderes würde, ahnten die Veranstalter schon kurz nach der Bekanntgabe des Termins für die Filmpremiere zu "Klaus Störtebeker". Die dramatischen Ballade von Kurt Barthel (KuBa) unter der künstlerischen Leitung von Hanns Anselm Perten von 1980 war bereits fünf Tage vor der Veranstaltung ausverkauft. Und das, obgleich man im Vorfeld bereits einen Wechsel der Räumlichkeit vorgenommen hatte, um so vielen Rüganern und Festländern - wie möglich - die Teilnahme zu ermöglichen.  

Nun pilgerten am Sonntag den 22. Oktober 2017, also weit über 130 Gäste zum Sassnitzer Rügen-Hotel; viele bereits vor 14.30 Uhr. Sie kamen aus ganz Deutschland und einige nahmen dafür sogar die An- und Abreise am gleichen Tag auf sich...
 
Begrüßung durch Norbert und Torsten vom Moderatoren-Team der SAS
Nach einer Begrüßung durch Brigitte Miesen vom Studio Hamburg und das Moderatoren-Team der SAS, löste sich zunächst die Spannung: Gezeigt wurde - nach einer kurzen Zusammenfassung von Teil 1 und 2 - der finale 3. Teil der Ballade "Klaus Störtebeker". Gerne - so die Veranstalter - hätte man an diesem Nachmittag auch die nun auf DVD vorliegende gesamte originale Aufzeichnung vom Deutschen Fernsehfunk gezeigt, doch die aufgearbeitete und digitalisierte Fassung ist insgesamt drei Stunden lang und hätte den Rahmen dieser Veranstaltung gesprengt. Dennoch war die Filmpremiere - 50 Jahre nach dem Ableben  ihres Autors KuBa - bewegend!
 
Im Anschluss daran kam es dann zu einer interessanten Fragerunde, die inhaltlich durch die Besucher der Veranstaltung mittels beschriebener Karten bestimmt wurde. Die Fragen richteten sich an die Kinder des Schriftstellers, Dramaturgen Lyrikers Kurt Barthel (KuBa) - Hela und Jochen Barthel - sowie an den Störtebeker-Darsteller von 1980 - Manfred Gorr. Norbert Braun - ein weiterer Störtebeker-Darsteller - musste leider kurzfristig noch absagen. Zum Überraschungsgast wurde so Christina Kraft, die 2007 die Agnes als weibliche Hauptrolle neben Sascha Gluth spielte. So reichte das zeitliche Fenster der Betrachtung der Ralswieker Festspiele nun von den Rügenfestspielen - in den Jahren 1959, 1960 und 1980, 1981 - bis zu den Störtebeker Festspielen - die seit 1993 auf Rügens Freilichtbühne die Geschichte des Helden weitererzählen. So wurde dieser Tag auch zur gedanklichen Rückkehr.
 
Hela Barthel erzählt von ihrem Vater und davon, dass er für sich keine Privilegien wollte
Ihr gegenüber beantwortete Jochen Barthel (links) Fragen, er bewahrt auch den Nachlass von KuBa
 
 
(Als kleine Impression zur Fragerunde und als Erinnerung wurde die Antwort von Manfred Gorr, dem Störtebeker-Darsteller von 1980, zur Zusammenarbeit mit Regisseur Hanns Anselm Perten aufgezeichnet. Sie gibt auch dem Leser eine Vorstellung zu den Anekdoten, die von Beteiligten der Festspiele erzählt wurden.)
 
Christina Kraft berichtete u.a. über die Zusammenarbeit mit Regisseuren, wie Holger Mahlich
Zu den eindrucksvollen Momenten zählte dabei u.a. als Mitwirkende der Festspiele sich von ihren Sitzen erhoben oder der Laien-Darstellerin Iris Schröter (1962-2017) gedacht wurde. Überhaupt war spürbar, dass das Band zwischen den nach Sassnitz Gekommenen sehr eng war. Dabei gab es manches Wiedersehen. Auch wurden persönliche Erlebnisse erzählt, alte Fotos gezeigt und fast vergessenes Werbematerial der Rügenfestspiele - Schilder, Programmhefte oder Bildmappen - bestaunt.

Eine ganz eigene Tradition begleitet die Veranstaltungsreihe "Treffpunkt Sassnitz" seit dem ersten Mal - vor fast einem Jahr: Immer zum Ende der Veranstaltung werden an die Gäste große Hühnergötter von der Insel überreicht. Außerdem wollte man auch die Stadtbibliothek der Stadt Sassnitz bedenken. Erneut wurde eine Sachspende mit Bezug zur Insel - ein Buch und auf Rügen gedrehte Filme (u.a. der Film der Premiere "Klaus Störtebeker" von 1980) - überreicht. Diesmal machte das Studio Hamburg (Filme) und die SAS (Buch) diese Spende des Vereins Kreideheilbad Sassnitz möglich. Gegenüber dem Bürgermeister betonte man dabei, dass es darum geht, dass alle Sassnitzer und Rüganer Zugang zu den Büchern und Filmen haben - unabhängig vom Geldbeutel - und zog eine Parallele zu den Likedeelern in ihrem Grundsatz Gleichteiler zu sein. Bürgermeister Frank Kracht machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass die Bibliothek sehr gut angenommen wird, er für die Bücher und Filme gerne ein spezielles Regal vorsehen möchte und hob die Besonderheit der Sassnitzer Bibliothek als städtische Institution hervor. Heute, so der Bürgermeister, sei dies keineswegs überall so selbstverständlich.

Brigitte Miesen vom Studio Hamburg vor der Übergabe der Sachspende an Bürgermeister Frank Kracht
Zum Abschluss gab es auch die Möglichkeit den gezeigten Film zu den Rügenfestspielen 1980 von der Ballade "Klaus Störtebeker" als DVD zu erwerben. Einige der Gäste nutzten diese Besonderheit - Verkaufsstart ist erst Anfang November! - nicht nur um diesen Streifen der Insel mit heim zu nehmen, sondern ließen sich gleich noch ein Autogramm von Störtebeker-Darsteller Manfred Gorr dazu geben.

Störtebeker-Darsteller Manfred Gorr gibt Autogramme
Allen Beteiligten, die diese Veranstaltung möglich machten soll an dieser Stelle nochmals gedankt werden - allen voran und stellvertretend für alle weiteren Unterstützer: dem Team vom Rügen-Hotel (insbesondere Kirsten und Mirko), die sowohl für den Saal, das leibliche Wohl und die Technik sorgten, dem Studio Hamburg für die Möglichkeit der Aufführung und dem Verein Kreideheilbad Sassnitz für die Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und Begleitung sowie dem Moderatoren-Team der SAS.

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Information für alle, die diese Veranstaltung nicht mehr besuchen konnten:

Die auf der Insel verbliebenen Film-DVDs zu den Rügenfestspielen können im Rügen-Hotel (Seestraße 1) für 14,95 EUR erworben werden - gleiches wird ab Freitag auch in der Binzer Bücherinsel (Hauptstraße 2) möglich sein. Nur solange der Vorrat reicht!

Wer an den Rügenfestspielen teilgenommen hat, wird außerdem - so er mag - gebeten, seine Erlebnisse aufzuschreiben und an pressemitteilung(at)inselreport.de zu senden, damit diese für die Nachwelt bewahrt werden können - gerne auch handschriftlich und bitte mit Kontaktdaten.