Mittwoch, 11. Oktober 2017

Rügen im Zeichen der Künste

Mit der Staffelei in die Natur (Foto: S. Kornelli)
Ein Beitrag von Susanne Monz

Vom 11. – 21. September 2017 fand die Sommerakademie für Kunst in Hagen auf Rügen zum ersten Mal statt und sie wird 2018 fortgesetzt. Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt von Sabine Korneli und Thomas K. Müller, selbst künstlerisch tätig, die 2014 auf die Insel Rügen, auf den Hof Uhleck in Hagen gezogen sind. Zentraler Treffpunkt der Sommerakademie war der Campus Hof Uhleck.

Geboten wurden Kurse in unterschiedlichen künstlerischen Bereichen: Kreatives Schreiben, Bildhauerei, Zeichnen, Malen, Fotografie, Keramik und es sind beeindruckende Arbeiten entstanden, wie man bei der Präsentation am Donnerstag, 21. September, sehen konnte.
 
Auch das Rahmenprogramm war vielfältig, von musikalischen Darbietungen, über den Auftritt des bekannten Musikers und Poeten Hans-Eckardt-Wenzel „Wenzel“, bis zur Lesung aus dem Roman „Die Insel“ vom Autor Matthias Wegehaupt persönlich.
 
Uns Teilnehmern des Workshops „Kreatives Schreiben“ stand der gesamte Frühstücksraum der Pension Nordfeuer als Kursraum zur Verfügung. An einem Vormittag konnten wir dann die anderen Kurse und Ateliers besuchen und unsere Eindrücke zu Papier bringen.
Premiere: Das 1. Mal fand eine Sommerakademie auf Rügen zur Kunst statt (Foto: S. Kornelli)
Kreatives Schreiben – ein ganz persönlicher Eindruck

„Was ich dir noch sagen wollte“ – dieser Satz verfolgt mich bis in meine Träume. Zu diesem Thema sollte während der zehn Kurstage eine Geschichte entstehen, keine einfache Aufgabe. Mein Text wartet darauf, wieder und wieder geschrieben zu werden. Besser zu werden. Richtig gut zu werden.
 
Gehe in Gedanken die literarische Checkliste durch: Masterplot? passt irgendwo, gib zum Glück 20 davon. Anfang? passt; 1. Plotpunkt: passt noch nicht ganz; Komplikation: oh ja, der Text und ich, Komplikation pur; dramatischer Höhepunkt: beinahe erreicht, samt Lösung, vorerst im Kopf.
 
Gerade fällt mir auf, diese linearen Abläufe einer Erzählung passen auch für den Kurs „Kreatives Schreiben“, subjektiv aus meiner Sicht. „Was ich dir noch sagen wollte“: Ich hatte keine Ahnung, an welche Grenzen mich diese zehn Tage bringen würden (ich schreibe nie wieder einen Text) und wie viel ich schließlich daraus mitnehmen würde (klar schreibe ich wieder, jetzt gerade).
Die Teilnehmer der Akademie kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und von der Insel (Foto: S. Kornelli)
Der Malkurs & Zeichenkurs

Im Atelier des Malkurses riecht man es sofort. Acrylfarbe! Die fertigen Arbeiten hängen an den Wänden und man sieht die unterschiedlichsten Malmittel, Acrylfarbe, Kohle, Bleistift, Pastellfarben, Gouache, Mischtechnik. Eine Teilnehmerin verwendet Aquarellfarben, ihre eigenen, die sie mitgebracht hat. Ihre Lieblingsfarbe: Karmin(rot). Ein Bild an der Wand zieht mich an: ein Holztisch, auf dem viele Topfpflanzen stehen – gezeichnete Konturen, Aquarellfarbe, gezielt eingesetzt, angedeutet im Terrakotta der Blumentöpfe, im sanften Grün der Pflanzen, dennoch so lebendig, dass man sofort die Blumen zu riechen glaubt und das Auge die Farben ergänzt.
 
Der Keramikkurs - im Hagener Atelier von Claudia Hilliges
 
Wir betreten die Keramikwerkstatt, unser Blick fällt auf ein Schiff aus Keramik, behagliche Rundungen, die Lola. Wo ist die Töpferscheibe? Es gibt keine, es wird mit Platten gearbeitet. Gemütlich ist es hier und Konzentration liegt in der Luft.

Die Oberfläche der fertigen Figur muss möglichst glatt sein, es wird mit den Händen  gearbeitet, mit einem runden Achatstein und viel Geduld und Ruhe. Vor dem ersten  Brand, dem Schrühbrand, muss das Werkstück gut getrocknet sein. Der zweite Brand, der Rauchbrand, erfolgt in einem dafür gebauten Ofen im Garten. Es wird mit Feuer, Rauch und Spänen gearbeitet, die Keramik kann zuvor mit speziellen Salzen behandelt werden, wodurch sich spannende Effekte ergeben. Manchmal ist das Ergebnis dann auch anders, als man erwartet hatte. Zum Schluss erhält das fertige Objekt eine Schicht aus Bienenwachs.
 
Bunte Keramiken entstehen durch die Verwendung von Engoben, das ist bereits eingefärbter Tonschlicker, der auf den trockenen, ungebrannten Ton aufgetragen wird. Zusätzliche Effekte entstehen durch den Wechsel von stumpfen und glasierten Flächen. So ist auch das Schiff Lola beim Eingang entstanden.
 
Auf die Sommerakademie ist eine Bereicherung für Rügen, Jasmund, Lohme, Hagen und man darf auf das Programm 2018 gespannt sein und sich schon heute neugierig darauf freuen.
 
Die 30 Teilnehmer waren in 6 Kursen (Foto: S. Kornelli)