Freitag, 13. Oktober 2017

Schmacht: Wie eine Insel abgeholzt wird!

Schmacht: Dieses Foto der letzten Tage erreichte gestern Klaus Ender
Schmacht. (BM) Am 4. Oktober 2017 veröffentlichten wir einen Beitrag von Klaus Ender mit dem Titel "Rodung Schmacht". Er war für viele sicher ebenso schockierend, wie der Artikel "Der we(h)r(t)lose Nationalpark", der bereits am 11. Juni 2017 über die Zustände auf der Halbinsel Jasmund berichtete. Die Reaktionen darauf ließen nie lange auf sich warten. An dieser Stelle wollen wir nicht nur aus einem Brief einer Leserin zitieren, sondern auch die Fotos veröffentlichen, die den Rügener Fotografen und Autoren gestern erreichten:

Die Leserin schrieb: "...wir wohnen derzeit in Schmacht und sind auf ihren Artikel über die Rodung bei Schmacht gestoßen. Sie sprechen uns aus der Seele und es ist toll dass jemand darüber berichtet. Mittlerweile ist ja wieder etwas Zeit vergangen und die Rodungsarbeiten nehmen kein Ende..."
 
Dokumentiert: Der gegenwärtige Zustand vor Ort
Und weiter heißt es: "Man hat auch das Gefühl dass immer mehr Markierungen an den Bäumen auftauchen und mittlerweile betrifft es auch die Bäume entlang der B196. Mit einer Ausdünnung des Waldes damit jüngere Bäume Platz zum wachsen haben hat das nix zu tun. Eigentlich sind nur die verkümmerten und kranken Bäume nicht markiert. In uns schlummert das Bedürfnis etwas dagegen zu tun, bzw. es publik zu machen..."
 
Dabei trifft es - wie die Leserin schreibt - nicht nur die Bäume: "...Nebenbei zerstören die Arbeiten auch den Schmachter Wanderweg, der gleichzeitig einzige Weg ist der nach Schmacht führt. Der Boden ist komplett sandig wenn es trocken ist und schlammig bei Regen. Feriengäste haben schon an der Straße geparkt, die Postfrau ist mit ihrem Wagen stecken geblieben etc. Der Besitzer des Waldstückes Bernd Voss ist wenig kooperativ und die Gemeinde und Ämter können nix machen, weil es sein Eigentum ist. Das ist doch unbegreiflich..."
 
Der Weg mit "enthaupteten" Bäumen
Soweit der Auszug aus den Zeilen einer Leserin, bei der wir uns an dieser Stelle für ihre aktuelle Beschreibung der Situation vor Ort und die Möglichkeit der Veröffentlichung der Fotos bedanken. In Anlehnung an die "Weissagung der Cree" möchte man sagen...
 
"Erst wenn der letzte Baum gerodet, die Ostsee vergiftet und von Windparks verspargelt, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass in Mondlandschaften niemand Urlaub machen möchte und man Geld nicht essen kann."