Montag, 9. Oktober 2017

Unsere Inselfilme: "Suse, liebe Suse" (1975)

Jaecky Schwarz als Manne an der pommerschen Küste (Foto: DEFA-Stiftung)
Putbus. (IF) Seit über 100 Jahren werden Filme auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund gedreht wurden. Wir rufen einige von ihnen wieder in Erinnerung...
Nach „Reife Kirschen“ (1972) reiste der Regisseur Horst Seemann 1975 erneut zu Dreharbeiten an die pommersche Küste. Entstehen sollen Filmszenen zu seinem letzten Gegenwartsfilm „Suse, liebe Suse“... Jaecky Schwarz erinnert sich später in einem Gespräch, dass wir vor einem seiner Auftritte im Theater Putbus führten, so daran: „Den haben wir bei Groß Zicker gedreht. Das war wunderschön...“

Und erklärte im Anschluss an seine Schwärmerei auch gleich, warum ausgerechnet hier gedreht wurde. „Immer wenn wir „hohe See“ drehen mussten, dann ging das ja nicht. Damals durfte man als DDR-ler nicht auf die hohe See. Also mussten wir auf dem Bodden oder bei Lubmin drehen.“

Schwarz spielt in „Suse, liebe Suse“ den wegen versuchter Republikflucht in Haft befindlichen Manne. Er hat seine Frau Suse im Stich gelassen.

Da bleibt der von Traudl Kulikowski gespielten Hauptdarstellerin nichts weiter übrig, als ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. So kümmert sie sich um die Erziehung des gemeinsamen Kindes und bestreitet den Lebensunterhalt mit einer Arbeit als Dumperfahrerin auf einer Großbaustelle. Dort begegnet sie auch dem sowjetischen Ingenieur Boris. Doch während Suse sich für ihn interessiert, scheint er kaum von ihr Notiz zu nehmen. Erst als sich beide doch noch auf einem Fasching näher kommen, fasst auch Suse wieder Hoffnung.

Manne - endlich aus der Haft entlassen - will nun zu seiner Frau zurückkehren. Sie weist ihn allerdings zurück. Längst hat Suse mit Manne abgeschlossen. Ob aber ihre Gefühle zu Boris eine Chance haben, muss sie noch herausfinden...

Während das Publikum an Horst Seemanns in Szene gesetzten Gegenwartsfilmen Gefallen fand, wurden die Werke des sudetendeutschen Regisseurs innerhalb der DEFA Filmproduktion teilweise heftig angegriffen. Es verwundert daher keineswegs, dass der Film den staatlichen Filmdienst weder inhaltlich noch von der Form her zu überzeugen wusste. Streitbar bleibt der – auch als oberflächlich kritisierte - Filmstreifen des renommierten DDR-Filmregisseurs allemal.


Unsere Inselfilme in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung: 
"Pro Patria" (1910) / "F.P. 1 antwortet nicht" (1932) / "Lügen auf Rügen" (1932) / "Der Dschungel ruft" (1936) / "Brand im Ozean" (1939)"Geheimakte W.B. I. (1941) / "Das Mädchen von Fanö" (1941) / "Schatten über den Inseln" (1952) / "Genesung" (1955)"SAS 181 antwortet nicht" (1958) / "Im Sonderauftrag" (1959)"Hatifa - Abenteuer einer Sklavin" (1960) / "Ein Sommertag macht keine Liebe" (1960) / "Leuchtfeuer über Schnee und Eis" (1963) / "Die Hochzeit von Länneken" (1964) / "Die Reise nach Sundevit" (1966) / "Mitten im kalten Winter" (1968) / "Die Heiden von Kummerow" (1968)"Heißer Sommer" (1968) / "Suse, liebe Suse" (1975)"Tambari" (1976) / "Hiev up" (1978) / "Vergeltung" (1980)

Wir danken für die Unterstützung:
der DEFA-Stiftung, dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA),
dem Rügener Filmarchiv, dem Studio Hamburg, der ARD und dem ZDF