Dienstag, 7. November 2017

Sassnitz: Zukunftsvision einer Stadt

Die Gäste werden bereits am Ortseingang begrüßt
Ein Gastbeitrag von Norbert Dahms

Wir schreiben das Jahr 2037. Viel Zeit ist vergangen seitdem die Stadt Sassnitz endlich den Titel Kreideheilbad trägt. Es war ein langer Prozeß, welcher zu Erneuerung der Stadt Sassnitz führte. Denn nicht nur die Einwohnerzahl hat sich bei ca. 11.000 Einwohnern eingepegelt. Sie sind im Durchschnitt auch etwas jünger geworden. Wie war das möglich? Ein kleiner Rückblick.

Mit der Verleihung des Titels Kreideheilbad Sassnitz nahm eine Entwicklung ihren Lauf, die Ihresgleichen sucht. Mitlerweile haben sich in Sassnitz viele Heil- und Kurpraxen angesiedelt und sich auf die ganzheitliche Anwendung der Heilkreide, des Thermalwassers, des Heilwaldes und der Ernährungsumstellung spezialisiert. Somit ist ein weltweit anerkanntes und begehrtes Gesundheitszentrum entstanden. Zahlreiche internationale Kurgäste aus nah und fern nutzen die Vorzüge des Kreideheilbades um sich zu erholen, zu kuren und gern mit ihren Familien wiederzukommen.

Absoluter Höhepunkt eines Aufenthalts im Kreideheilbad: Der Besuch der Altstadt
Koordiniert wird dies alles durch die Kurverwaltung, welche im sanierten und umgebauten Haus Stubnitz seinen Sitz hat. Denn nicht nur Sassnitz partizipiert aus der neuen Situation. Auch der Ort Sagard konnte an seine Geschichte als erstes Bad von Rügen anknüpfen und die Brunnenaue zu einem Kleinod entwickeln, welches sich mit den Angeboten aus Sassnitz ergänzt. Ganz Jasmund mit seinen kleinen Orten erfährt eine Aufwertung.
 
Parallel dazu entwickelte sich der Fährhafen in Mukran zum Industriehafen mit einer funktionierenden Infrastruktur und weiteren wirtschaftlichen Ansiedlungen. Eine davon war zum Beispiel der Bau eines effizienten, durch Wind- und Strömungsenergie betriebenen Wasserstoffwerkes. Möglich machte dies die reichlich anfallende Energie Offshore-Windkraftparks aus den Jahren 2016-2018 und die weitere Entwicklungen der Strömungskraftwerke. Dies eröffnete auch ganz andere Umsetzungen einer schadstoffarmen Mobilität auf der Insel Rügen. Die Autos und Busse fahren hier mit dem ökologisch gewonnenen Wasserstoff. Da bei dieser guten Wirtschaftslage die finanziellen Mitel nicht in dem Maße als Steuern abgezogen werden, wie es vor 20-30 Jahren der Fall war, konnten die Sassnitzer diese Mitel Zug um Zug unabhängig in ihre Stadt investieren.
 
Die Arbeitsmarktlage verlangte nach neuen, jungen, gutausgebildeten Menschen. Um ihnen den Zuzug leichter zu gestalten, wurde massiv in die weichen Wirtschaftsfaktoren investiert. Neue Rad- und Wanderwege, Spiel- und Sportplätze, Kindertagesstäten entstanden. Sassnitz konnte wieder Standort eines Gymnasiums werden. Das Freizeitangebot stieg mit dem neu ausgerichteten Heimattiergarten als Eingang zum Nationalpark und dem neuen maritimen Museumskomplex. Und was wurde aus der Fischerei? Durch die jahrelange Fischereibeschränkung und die Ruhezonen für die Fische in den Windparks haben sich die Bestände sehr gut erholt. Die Stadt Sassnitz darf sich mit Stolz auch wieder Fischereistandort nennen. Eine kleine Flotte von privaten Fischereischiffen kann ihrer Fangtätigkeit wieder einträglich nachgehen und erhält das unvergleichliche Flair des Sassnitzer Fischereihafens. Durch die Verhinderung des Baus einer Marina in Prora, wie es einmal angedacht war, konnte die Sassnitzer Marina im Stadthafen sein Potential optimal ausschöpfen.

Die einmalige Lage der Stadt schafft die Vereinbarkeit von Kreideheilbad und Natur
Aber das alles ist nur den guten Voraussetzungen durch die einmalige Lage der Stadt geschuldet. Die eigentlichen Veränderungen in dieser Stadt haben die Sassnitzer selber durchgesetzt und zu einem Erfolg geführt. Die Einwohner von Sassnitz und mit ihnen die Jasmunder sind der wahre Schatz dieser Region. Sie haben das geschaffen, wovon soviele vorher nur geträumt haben. Eine lebendige, kinderfreundliche, perspektivisch erfolgreiche, saubere Stadt mit Tradition und Stolz. Das Kreideheilbad Sassnitz.