Montag, 27. November 2017

Stralsund - wie es war (1)

Das Kniepertor - eines der bedeutendsten Tore der Hansestadt Stralsund
Stralsund (SAS). Zeitreisen erfreuen sich - wenn auch nur gedanklich - einer wachsenden Beliebtheit. Deshalb wollen wir einige der Zeugen der Geschichte der Hansestadt Stralsund in den Mittelpunkt stellen, um ihre historische Einordnung zu erleichtern. Beginnen wollen wir mit den alten Wehrbauten und Toren der Stadt am Sund. Wenn man alten Aufzeichnungen glauben mag, war die einstige Festungsstadt Stralsund, die auch als Tor zur Insel Rügen gilt, in frühen Zeiten lediglich durch einen Palisadenzaun - der rund um die Stadt lief - nach außen geschützt.

Frühste Nachrichten von der Errichtung einer Stadtmauer, die mit Türmen und Toren ausgestattet war, datieren auf das Ende des 13. Jahrhunderts sowie auf 1302 als sich die im Johanniskloster wohnenden Franziskanermönche bereiterklärten, ein weiteres Stück der Stadtmauer zu bauen. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts - so lässt es sich vermuten - gab es bereits eine 24 Fuß hohe Backsteinmauer, die durch zahlreiche Tore unterbrochen wurde.
 
Sechs der Tore lagen zu der Seeseite und fünf zu der Landseite. Wobei Letztere mit "Zingeln", also vorspringenden Werken, versehen waren. Heute wird vermutet dass diese über Ecktürme verfügt haben könnten. Dabei stützt sich die Annahme auf die Aussage eines Chronisten, der zu einem starken Sturm im Jahre 1514 anmerkt, dass die spitzen Türme des Hospitalertor-Zingels heruntergefallen wären, während die anderen die anderen Tore keine Verluste an Türmen zu beklagen hätten.  
 
Heutige Ansicht des Kniepertores. Die Rekonstruktion unterscheidet sich von der historischen Abbildung 
Das Kniepertor wird erstmals im Jahre 1304 erwähnt. Zu dieser Zeit ist der Bau der Stadtmauer bereits weit vorangeschritten. Seine Rolle war stets von Bedeutung. Hier rückten beispielsweise 1316 die Stralsunder Bürger aus, als es galt die Fürsten und Ritter am Hainholz entscheidend zu schlagen. Auch Wallenstein klopfte hier mehrfach vergeblich an. Und durch dieses Tor kamen auch 1809 die verbündeten Holländer und Dänen, um Ferdinand von Schill und seine Getreuen zum letzten Kampf zu stellen.