Mittwoch, 8. November 2017

TV-Tipp: Verbotene Wracks vor pommerscher Küste

Auf Tauchgang zu den verbotenen Wracks vor der pommerschen Küste (Bild: MDR)
 
Rügen. (IF) 1945 wurden u.a. drei große Passagierschiffe vor der pommerschen Küste versenkt. Dabei fanden etwa 20.000 Menschen  (Das entspricht der Einwohnerzahl von Sassnitz, Binz und Putbus) den Tod im eiskalten Wasser der Ostsee. Unter den Opfern befanden sich vor allem Frauen und Kinder aus Ostpreußen, Westpreußen und Hinterpommern, die vor dem Krieg flüchteten.

Im September 2017 machte sich nun ein Kamera-Team mit dem Segelschiff "Zephir" zu einem Törn auf, um einen Tauchgang zu den Wracks der Schiffe "Wilhelm Gustloff" (versenkt am 30.01.1945), "Steuben" (versenkt am 9.02.1945) und "Goya" (Versenkt am 16.04.1945) zu wagen und dabei zu schauen, was heute noch an die wohl verlustreichsten Schiffskatastrophen der Menschheit erinnert.

Allerdings kommen auch Überlebende in der Dokumentation zu Wort. Einer von ihnen ist Peter Weise - damals (1945) ein Jahr alt. Er sagt heute: "Es wäre gut, wenn mehr Menschen über das Schicksal dieser Schiffe Bescheid wüssten. Damit sich so etwas niemals wiederholen kann." Und auch den Tauchern und Unterwasserarchäologen geht es genau darum, denn sie tauchen im Auftrag der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Ihre Mission ist es, den Zustand der Wracks zu erkunden. Alleine die Vorbereitung dafür belief sich auf über ein Jahr. Zudem ist die gefährliche Unterwasserexpedition eigentlich verboten und bedarf heute einer gesonderten Genehmigung. Es ist keine ganz leichte Aufgabe, der sich die Teilnehmer stellen. Was sie antreibt? Auch persönliche Motive. Die Extremtaucherin Sabine Kerkau bringt das so auf den Punkt: "Meine Familie kommt aus Ostpreußen."

Am Dienstag, den 28. November 2017, wird die Dokumentation "Die verbotenen Wracks - Tauchexpedition in der Ostsee" um 20:45 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt. Der Streifen ist ein weiterer Teil der Serie "Der Osten - entdecke wo Du lebst".
 
Beim Stettiner Vulkan gebaut und im Transatlantikverkehr eingesetzt,
sank das Schiff 1945 mit Flüchtlingen vor Stolpmünde (Bild: MDR/Ostseearchiv/Matthias Schneider)