Sonntag, 24. Dezember 2017

Rügens Haselmäuse nutzen Allianz-Versicherung

Auch in Prora zu Hause: Die Haselmaus (Foto: Biosphärenreservat Südost-Rügen / W. Matzke)
Rügen (RO). Diese Geschichte kling wie Satire, ist es aber nicht. Aber wie beginnen? Vielleicht so:
Wer kennt ihn nicht? Den Werbespruch: "Hoffentlich Allianz versichert." Für die Rügener Haselmaus bekommt dieser Slogan der Versicherung indes eine ganz eigene Bedeutung, denn: Die Allianz hat errechnet, dass sie mit jeder e-Mail, die sie ihren Kunden statt eines Briefes schickt 28 Gramm an Treibhausgasen spart, was zusammen etwa 2.000 Tonnen im Jahr einsparen könnte...
Doch wie kann man den Kunden einen Anreiz geben, dass sie ihre Post nun per e-Mail erhalten möchten. Die Allianz dachte sich, wenn sie im Gegenzug 5,00 EUR für ein Umweltprojekt stiftet, welches ihre Kunden auswählen, dann könnte dies überzeugend sein. Insgesamt kann man eines von 18 Umweltprojekten in ganz Deutschland auswählen. Während man in der Uckermark etwas für den Roten Milan tun möchte, wird in Vorpommern die Rügener Haselmaus "Allianz-versichert".

Übrigens ist - wie beim Roten Milan - auch bei unser Haselmaus das Fortbestehen gefährdet. Ursache ist - wie so oft - der Lebensraum, der sich für die Tiere immer weiter reduziert. Aber wie sollen die 5,00 EUR pro Allianz Kunde genau eingesetzt werden? Vorgesehen ist, dass Hecken angelegt und Waldränder so gestaltet werden, dass die Haselmaus als scheuer Nager einen Unterschlupf findet, der seine Vorlieben berücksichtigt. 

Parallel dazu hat das Biosphärenreservat Südostrügen übrigens mit dem NABU Kreisverband Rügen ein Projekt gestartet, bei dem die kleine scheue Maus ganz groß raus kommen soll. Dazu haben Rügener Schüler den Nagern "kleine Wohnungen" in Form von Haselmauskästen gebastelt. Die warten nun auf ihre "Besetzung". Das Biosphärenreservat kümmert sich bereits seit längerem um die Haselmaus. Dies ist einer der Gründe, weshalb man hoch erfreut ist, das sich die Haselmaus auch in einem Waldstück bei Putbus - durch ein "Kobel" genanntes Sommernest - nachweisen ließ. Die Entdeckung dazu sollen übrigens die Schüler der Putbusser Grundschule "Boddenwind" gemacht haben, Gemeinsam mit dem Haselmaus-Experten Sven Büchner, der NABU-Projektleiterin Heike Grunewald und dem Ranger Michael Kolberg waren sie dem Nager auf der Spur. 

Übrigens ist die Rügener Haselmaus, die von der Deutschen Wildtier Stiftung zum "Wildtier des Jahres 2017" ernannt wurde, bereits in ihr Winternest eingezogen. Dort schläft sie vielleicht schon tief und fest und träumt Frühling auf Rügen.