Donnerstag, 8. Februar 2018

Bus + Bahn: Wohin geht die "Reise"?

Bus der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen
Stralsund (SAS). Am Montag, den 5. Februar 2018, luden die GRÜNEN Fraktionen im Kreistag Vorpommern-Rügen und der Stralsunder Bürgerschaft Bürger und Bürgerinnen zu einer öffentlichen Anhörung am Alten Markt 7 in Stralsund ein. Thema war die Verbesserung des Nahverkehrs von Bus und Bahn.

Schon mit der Einladung zu der Veranstaltung drückte der grüne Kreistagsfraktionsvorsitzende Prof. Dr. Ludwig Wetenkamp, sein Bedauern darüber aus, dass aktuell keine Fahrplankonferenzen der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen mehr stattfinden. Ursache sei, so Wetenkamp, dass dieses Instrument der Bürgerbeteiligung - wo sich Bürgerinnen und Bürger aktiv einmischen können und Vorschläge präsentieren könnten - als Instrument verworfen worden sei.

Das das Interesse seitens der Bürger vorhanden ist, zeigte am vergangenen Montag allerdings die rege Bürgerbeteiligung. Immerhin waren etwa 50 Gäste der Einladung der GRÜNEN Fraktionen im Kreistag Vorpommern-Rügen und der Stralsunder Bürgerschaft gefolgt, um Anregungen zu den Verbindungen von Bus und Bahn zu geben und auch Kritik zu äußern. Die dabei gemachten Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sollen nun an den Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Ralf Drescher (CDU), herangetragen werden. 

Auch die Gemeinden sind durch den Landkreis aufgefordert worden, noch bis nächsten Montag, den 12. Februar 2018, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Ob diese allerdings eine verworfene Fahrplankonferenz mit Bürgerbeteiligung ersetzen können, ist fraglich. Aus diesem Grunde sprach sich auch Jürgen Suhr, der Vorsitzende der grünen Bürgerschaftsfraktion von Stralsund für die Wiedereinführung der Fahrplankonferenzen aus. Suhr: "Das Interesse ist riesengroß und die Bürgerinnen und Bürger haben gute und konstruktive Vorschläge."  

VVR-Einzelfahrschein von heute
Derzeit gewinnt das Thema des Nahverkehrs wieder an Bedeutung: Wer auf der Insel Rügen mal mit dem Bus unterwegs war, weiss wovon die Rede ist. Schließlich benötigt man - auch durch die derzeitigen Straßenbaumaßnahmen - über eine Stunde, um beispielsweise von Sassnitz nach Bergen mit dem Bus zu fahren. Zudem ist der Nahverkehr auf der Insel mit dem Bus im Wesentlichen nur noch auf die Schülerbeförderung zugeschnitten. Das führte dazu, dass einige Dörfer in der Ferienzeit gar nicht oder kaum angefahren werden. Mit der bevorstehenden Landratswahl kam es nun zum Vorschlag des Kandidaten Andreas Kuhn (CDU), die Kosten auch für Bahnfahrten von Schülern zwischen Sassnitz und Stralsund zu übernehmen. 

Zusätzlich angeheizt wird die derzeitige Debatte um den Nahverkehr auch durch den Wegfall des Vorpommern-Tickets. Dieses wurde mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn zum 1. Dezember 2017 abgeschaft. Protest dagegen gab es u.a. auch von FDP und AfD. Im Alltag der Bürgerinnen und Bürger bedeutete es beispielsweise für etwa die Hälfte der Pendler auf der Bahnverbindung zwischen Greifswald und Stralsund, dass sie nun mit dem teureren Greifswald-Stralsund-Ticket reisen müssen. Der dafür in der Kritik stehende Minister Pegel (SPD) sieht die Lösung in einem Verkehrverbund für Vorpommern. Dafür wären allerdings die Landkreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald gefordert. Wenn es hier zu einer Einigung käme, so Pegel, wäre auch das Land bereit seinen Beitrag zu leisten.