Samstag, 3. Februar 2018

Schon gegelesen? (29) "Über Gefäße..."

Schlichter Einband mit einem Gefäßsymbol aus Baustahl macht jedes Exemplar zum Unikat
Als Autor ist Bernard Misgajski kein Unbekannter. Davon zeugen Bücher wie "Hauptsache... die Gedanken sind frei" (2011) oder "Blaumachen" (2006). Dennoch versteht sich Misgajski zuerst als schaffender Künstler. Das Buch "Gefäße", das wir dieses Mal vorstellen möchten, reflektiert denn auch seine künstlerische Arbeit an Gefäßen, die in seinem Schaffen einen breiten Raum einnehmen...
Vielfalt der Formsprache
Zu sehen sind dabei vor allem Objekte, die für die Publikation durch den Rügener Fotografen Matthes Trettin - aber auch durch Bernard Misgajski, Silke Paustian oder aber auch Frank Zadnicek - in Szene gesetzt wurden; alle funktional dafür bestimmt, etwas aufzunehmen - in fester oder flüssiger Form. Der Künstler selbst blieb dabei mit seinem Werk von Moden völlig unbeeindruckt, schuf neu, reduzierte auf seine Funktion und entdeckte die Zeitlosigkeit. Beim Material setzt er seit langem auf Stahl. Vielleicht weil dieser ein ehrliches Arbeiten ermöglicht und unbehandelt auch nichts vortäuscht, was nicht da ist; und weil er stattdesen sich einer Veränderung aussetzt.

Stahl - Maisblätter
In der Kombination mit natürlicher und austauschbarer Vergänglichkeit aus Gras, Stein oder Holz gewinnen die klaren Formen an zusätzlicher Leichtigkeit, betonen den eigentlichen Zweck des jeweiligen Gefässes; dennoch stetig neue Dinge in sich aufzunehmen zu können, die selbst durch die Zeit gezeichnet werden. Die Schönheit selbst entsteht durch die Kombination mit Unvollkommenem - hier: als Kontrast und Abweichung vom vorgegebenen Raum.

Links: Stahl- Briefwechsel / Rechts: Installation - Stahlschalen
Simone Tippach-Schneider, die auch die Einleitung zu "Gefäße" verfaßte, stellt in ihrem Vorwort zu Recht einen Aufgriff der japanischen Formsprache durch Misgajskis fest. Zweifellos findet sich eine Interpretation von Schlichtheit und Flexibilität, die auch als Bewunderung fernöstlicher Kunst verstanden werden kann. Ihr Fazit kann man auch im Buch von Sinn und Leben Tao Te Kings lesen. 

"Darum: Was ist, dient zum Besitz. Was nicht ist, dient zum Werk."

Das Buch "Gefäße" mit dem aufgesetzten Gefäßsymbol aus geschliffen und gehämmerten Baustahl erschien im LEPUS SELBSTVERLAG. Jedes der auf 300 Exemplare begrenzten Buch-Edition wird so selbst zu einem Unikat. Es ist nur direkt beim Künstler bestellbar: Postalisch über Bernhard Misgajski, Kastanienallee 2 in 18581 Putbus / OT Wreechen, telefonisch über 038301-61516 oder via e-Mail unter misgajski.bernard(at)gmail.com        

Weiterführende Links zu "Schon gelesen?"  
(29) "Über Gefäße..." / (28) "Hinterm Holunderbusch..." / (27) "Das erste Seebad der Insel..." / (26) "Über eine tote Frau am Strand..." / (25) "Rezepte für jede Gelegenheit..." / (24) "Rügen damals" / (23) "Nackte Tatsachen" / (22) "Pommersche Weihnacht" / (21)"Liebe geht durch den Magen" (20) "Auf Normal- und Breitspur über die Ostsee" / (19) "Naturerlebnis Kranichzug" (18) "Kleinbahnreise über die Insel Rügen" - Bd. 2 (17) "Geisteskinder" / (16) "Hiddensee - Bilder und Texte von damals" (15) / "Merkel eine kritische Bilanz" (14) / "Grüße von der Ostsee" / (13) "Lenins Zug" / (12): "Rügens geheime Landzunge" / (11): "Rügen - (k)ein Wintermärchen" / (10): "Caspar David Friedrich" / (9): "Boldevitz" / (8): "Sagen und Geschichten von der Insel Rügen" / (7): "Rugia Jahrbuch" / (6): Schicksale / (5): "Rügen Outdoor" / (4): Schicksale / (3) "Die Putbusser" / (2): "Pommerland" / (1): "Garz"