Samstag, 3. Februar 2018

Stoppt die Gier, die unsere Insel zerstört...

Lebenswertes Göhren: Für den Erhalt des Außenbereiches
Ein Gastbeitrag der Bürgerinitiative Lebenswertes Göhren (BILG)

Die BürgerInitiative Lebenswertes Göhren (BILG) ist der festen Überzeugung, dass das Ostseebad Göhren nur eine nachhaltige Entwicklung aus sich selbst heraus und auf Grundlage eines ganzheitlichen Konzeptes gut tun wird! Auch das Tourismus-Konzept aus dem Jahr 2000 sieht die Chancen für die künftige Entwicklung der Gemeinde in ihrem Naturhaushalt. So ist das Landschaftsbild mit dem Blick auf Kirchberg und Speckbusch auch aus touristischem Interesse zu erhalten   


Bebauungsplan Nr. 23: "Wohngebiet am Stabenweg"
Nun soll im Ostseebad Göhren mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 23 „Stabenweg“ gar ein Bebauungsplan  auf  Grund  der   Initiative   eines  einzelnen   Privatinvestors  auf den  Weg  gebracht  werden.   Dies verstößt eklatant gegen die Grundsätze der Bauleitplanung. Denn entsprechend allgemein geltender gesetzlicher Planungsgrundsätze für Bauleitplanungen und  insbesondere gemäß § 8 BauGB sind Baupläne aus dem Flächennutzungsplan zu entwickeln. In unserer Gemeinde wird derzeit aber umgekehrt versucht den F-Plan den Wünschen eines Einzelnen anzupassen, ohne dass die Gesamtkonsequenzen für den Ort berücksichtigt werden, von einer zukunftsfähigen Entwicklung ganz zu schweigen.

Natur im Außenbereich: Einfach zubauen?
Darüber hinaus fehlt jede ehrliche, einer Überprüfung standhaltende, Feststellung des Bedarfs an dauerhaft zu nutzendem Wohnraum. Hieran änderte auch das Gutachten des Wohnungsbau- entwicklungskonzeptes Göhren 2030 (WEK 2030) der Firma Wagner aus Rostock nichts. Das Gutachten sowie  Protokolle  zu Sitzungen  zum Gutachten sind stark mangelbehaftet. Das haben wir bereits mehrfach schriftlich angezeigt. Die dazugehörigen Tonbandaufnahmen wurden sogar unwiederbringlich gelöscht!

Natur auf Mönchgut: Verzichtbares Erbe, dass man einfach der Gier opfern kann?
Nach   wie   vor   besteht   kein   erheblicher   allgemeiner   Mangel   an   Wohnraum   im  Ostseebad Göhren, sondern vielmehr ein spezifischer Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für saisonale Arbeitskräfte, Singles und junge Familien. Diese Nachfrage lässt sich im zum Teil unbebauten Innenbereich der Gemeinde auf absehbare Zeit abdecken:

1. existieren Aufstellungsbeschlüsse für die B-Pläne 18, 19 und 20 im Innenbereich und

2. die bereits gültigen mit Baurecht versehenen B-Pläne für die Baumaßnahme nördliche Hövtstrasse B Plan 16, südliche Hövtstrasse B Plan 12 A + B sowie B Plan 27 in der Summe mit weit über 100 Wohneinheiten.

3. Bis 2022 sollen allein schon ca. 100 neue Wohnungen in Göhren dazukommen und weitere Wohnungen sind im Innenbereich geplant. 

Damit ist auch das letzte Argument für eine Bebauung am Stabenweg gefallen! 

Zu keinem Zeitpunkt der über Jahre verlaufenden Bauleitplanung war die Fläche am Stabenweg im Flächennutzungsplan als Bauerwartungsfläche oder für bauliche Zwecke zu entwickelnde Fläche in Betracht gezogen worden, sondern als Ackerfläche. Dennoch sollen nun umstandslos in nach § 35 BauGB klassifizierte Flächen des Außenbereichs hinein „geplant“ werden, die im aktuell geltenden  Flächennutzungsplan mit dem Status „Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft“ ausgewiesen sind. Einmal mehr würden wertvolles Naturgut und einheimische Ressourcen unwiederbringlich beseitigt. 

Wir sind demgegenüber für eine behutsame und ganzheitliche Entwicklung des Ostseebades Göhren und somit gegen eine Bebauung des Außenbereichs der Gemeinde und bitten den Gemeinderat, entsprechende Beschlüsse zu fassen!

Was lieben wir an unserer Heimat? Und was sind wir bereit für den Erhalt einzusetzen?
Die Bürgerinitiative Lebenswertes Göhren (BILG) wurde am 10. Februar 2015 von zunächst 18 Bürger- und Bürgerinnen gegründet. Die Zahl der BILG-Mitglieder hat sich mittlerweile mehr als vervierfacht. Auf der Facebook-Seite folgen der Bürgerinitiative fast 300 Personen und eine Online Petition hat bereits in kürzester Zeit viele Unterstützer gefunden. Derzeit sind es über 1700 Unterschriften. Dasgibt der Bürgerinitiative die Zuversicht, dass ein weiterer Zulauf folgt!

Link zur Petion: