Montag, 5. Februar 2018

Wie geht ´s Robbie?

Ein einmalige Fellzeichnung ermöglicht die Identifikation (Foto: Linda Westphal / Deutsches Meeresmuseum)
Stralsund (SAS). Seit Dezember 2017 ist es offiziell: Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund kann seine Meeressäugerforschung erweitern. Möglich ist dies durch ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel "Kegelrobben der deutschen Ostsee", das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert wird. Aufschlüsse könnte die Forschung vielleicht auch zu dem Verenden eines Teils der Population im Herbst des letzten Jahres geben, dessen Ursache bislang unklar ist.

Der Bestand der Kegelrobbe in der nördlichen Ostsee wird derzeit auf 24.000 Tiere geschätzt. Nach einem Absinken der Population von geschätzten 100.000 Robben (um 1900) auf etwa 2.500 Robben Anfang der 80er Jahre, kann man derzeit wieder von einer merklichen Erholung der Tierart sprechen. Damit verbunden war auch die Rückkehr des größten heimischen Raubtiers an die pommersche Küste. Im Greifswalder Bodden, einem 500 km² großen Randgewässer zwischen der Insel Rügen und dem pommerschen Festland, wurden zeitweise sogar zwischen 50 (laut Deutschem Meeresmuseum) und 75 Tiere (laut WWF) gezählt. Dies ermöglichte seit 2004 auch regelmäßige Sichtungen von Robben.

Einen Rückschlag für die Rückkehr der Robben bedeutet allerdings das bereits erwähnte Verenden von 23 Kegelrobben zwischen September und Dezember 2017. Wie Henning von Nordheim, der Leiter der Abteilung Meeresnaturschutz des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), mitteilte, beträfe dies etwa die Hälfte der üblichen Herbstpopulation an unserer Küste. Wie erste Untersuchungen des Deutschen Meeresmuseum ergaben, wird der Tod der Tiere durch Viren, Bakterien oder Gifte ausgeschlossen.

Viele weitere Fragen zu den Kegelrobben sind ungeklärt: Wo halten sich die Robben in den deutschen Ostseegewässern auf? Wohin ziehen die Tiere zur Fortpflanzung? Welche Orte bevorzugen sie? - Die Bestandsaufnahme zur Entwicklung und Lebensweise der Tiere können am Ende vielleicht auch mehr Aufschluß geben, wann und wie es zu einer Erholung der Bestände an der pommerschen Küste kommt. Die Untersuchungen werden bis 2020 erfolgen und begleiten damit die Wiederansiedlung der derzeit seltenen, doch eigentlich typischen Tierart in unseren Gewässern.

Übrigens: Jeder kann dazu seinen Teil beitragen. Die Einsendung von Fotos lebender bzw. verendeter Robben hilft bei der Erweiterung des Foto-ID-Katalogs. Sie können an die e-Mail sichtungen(at)meeresmuseum.de gesandt werden. Bedingt durch die typische Fellzeichnung, die wie ein Fingerabdruck ist, kann dann durch das Deutsche Meeresmuseum eine Identifikation des Tieres erfolgen.

Weitere Informationen zum Deutschen Meeresmuseum

Poster des WWF zur Information über die Kegelrobbe und dem richtigen Verhalten