Donnerstag, 6. Mai 2004

Nach 50 Jahren im „Heimathafen“

Nach 50 Jahren im „Heimathafen“ Putbusser Schulabgänger 1954 trafen sich
Putbus. Es ist der erste Tag im Mai. Draußen vor dem Theater kann man eine bunte Menschenmenge beobachten. Ein „Hallo, wie geht´s ?“ ist zu hören. Es ist Klassentreffen. Nicht irgendeins. Nein, heute vor 50 jahren bestiegen die ehemaligen Schüler aus Putbus die Boote des Lebens. Grund genug für die „alte Besatzung“ um Berbel Kuchenbecker in den Heimathafen einzuladen.
Nur langsam ziehen sie in das Theater ein, denn die Aufregung ist nach den ersten Treffen 1998 und 2001 immer noch groß. Und so legen sich die vielfältigen Gespräche auch erst einmal als Jochen Warsow die Begrüßungsrede hält. Auch er ist sichtlich bewegt, denn viele die ihm lauschen, haben weite Wege hinter sich gebracht, um heute hier zu sein. Hamburg, Hannover, Amerika, um im Theater die „Sinfonie in weiß“ über die Leinwand flimmern zu sehen. Ganz still ist es geworden.
12.30 Uhr – Mittagessen im Hafenhotel Lauterbach. Während die ersten Bestellungen zum Essen aufgenommen werden, bietet Konrad-Georg Hoppe, den alle nur „Konni“ nennen, seine Fotos und Broschüren von Siegfried Lange von Siegfried Lange an. Dann klappern die Bestecke. Der Nachmittag beginnt etwas ruhiger. Langsam pilgern die Schüler in kleinen Gruppen durch den Park – Heimstatt vieler Erlebnisse und Geschichten, die die Runde machen. Da ging es nicht nur um den Konfirmationsunterricht mit Pastor Daerr, sondern auch um so manchen argen Streich. Ein Niespulver-Einsatz bei Pastor Hildebrandt beispielsweise oder die Bestellung von 100 Brötchen bei Bäcker Scheel. Gedacht wurde auch des unvergessenen „Papa Segebrecht“.
Tagesausklang in der Jägerhütte. Eine Überraschung wurde angekündigt. Gezeigt werden die Manfred-Freybier-Filme „Küstenfischer“ (1963) und „Neuendorf - das Dorf am Bodden“ (1956). Die lange aus der Öffentlichkeit Verschwundenen, erlebten aufgearbeitet und digitalisiert ihre Generalprobe. Die ist gelungen und so starten beide Filme noch in diesem Jahr beim „Putbusser Kinosommer“ in der Rubrik „Rügener Kurzfilme“ – doch dies ist eine andere Geschichte.
Zurück zum Jubiläumstreffen. Das sieht die Teilnehmer am Sonntag nach Glockengeläut zum Festgottesdienst in der Schlosskirche zur Goldenen Konfirmation Platz nehmen. Es duftet nach Kaffee. Pastor Stemmler scherzt mit ihnen an einer festlich gedeckten Tafel mit selbstgebackenen Kuchen. Resümee: Ja, sie sind älter geworden. Doch den Erinnerungen tat dies keinen Abbruch und auch nicht ihren Plänen für die Zukunft. Soviel sei bereits verraten: „Auf Wiedersehen in Putbus.“
("Ostsee-Zeitung")