Sonntag, 9. September 2007

Sanddorn – Die „Zitrone des Nordens“

Herr Honig, Sanddorn gehört zu den heimischen Früchten der Inse Die Sanddorn-Saison hat auf der Insel Rügen wieder begonnen. „á la carte“ traf sich mit dem Apotheker Axel-Steffen Honig, um mehr zu „Rügens Antwort auf die Kiwi“ zu erfahren...
Sanddorn gehört zu den heimischen Früchten der Insel Rügen. Herr Honig, was verbinden Sie mit Sanddorn?
Axel-Steffen Honig: Sanddorn verbinde ich vor allem mit dem Begriff „Zitrone des Nordens“, weil der Sanddorn sehr viel Vitamin C enthält und weil er natürlich unsere Norddeutsche Kulturlandschaft prägt - ihr eine wunderschöne Färbung gibt. Allerdings ist der Sanddorn nicht nur auf Rügen, sondern auch in anderen europäischen Ländern und Vorderasien beheimatet. Zu beobachten ist, dass der Sanddorn derzeit eine ausgesprochene Renaissance erlebt. Neben den inneren Anwendungen, sind aber auch die äußeren Anwendungen nicht uninteressant: So extrahierte man in Russland Sanddornöl mit Sonnenblumenöl aus dem Saft der Beeren. Dieses alte Mittel wurde in Flaschen aufbewahrt und zur Heilung von Quetschungen, Geschwüren oder Verbrennungen eingesetzt. Und auch der wissenschaftliche Gattungsname „Hippophae“ abgeleitet von „hippos“ – für „Pferd“ – und „phaes“ – für „leuchtend“ – verrät uns heute noch von einer Anwendung im alten Griechenland: Hier behandelte man Pferde mit den Blättern und jungen Sprösslingen dieses Ölweidengewächses um ihr Fell zum Glänzen zu bringen.
Der Sanddorn wird u.a. als „Rügens Antwort auf die Kiwi“ beworben. Was ist das Besondere an der Sanddornbeere und an ihrem Saft?
Axel-Steffen Honig: Man kann davon ausgehen, dass in der Sanddornbeere ein ausgesprochen hoher Vitamin C-Gehalt vorhanden ist. Er entspricht ungefähr dem 9-fachen der Zitrusfrüchte. Wenn Sie eingangs die Werbung „Sanddorn sei Rügens Antwort auf die Kiwi“ zitierten, dann möchte ich unterstellen, daß der Sanddorn sogar über einen doppelt so hohen Vitamin C – Anteil verfügt. Man sollte überhaupt einige heimische Früchte nicht unterschätzen. Neben dem Sanddorn ist hier auch die Johannisbeere zu nennen. Doch zurück zum Sanddorn: Auch andere Vitamine, wie das Vitamin B12, und Mineralstoffe, wie Magnesium, Kalium und Kalzium sind in dieser Frucht vorhanden.
Welche Wirkung hat Vitamin C auf unseren Körper?
Axel-Steffen Honig: Vitamin C spielt in unserem Organismus bei dem Ablauf der biologischen Prozesse eine sehr wesentliche Rolle: Er dient als sogenannter Q-Faktor bei Hydroxidierungsprozessen und ist sehr wichtig für die Synthese der Nägel und der Haut.
Wie groß ist der Tagesbedarf des Körpers an Vitamin C und wie viel kann der Körper maximal aufnehmen?
Axel-Steffen Honig: Den täglichen Bedarf an Vitamin C kann man sich gut mit einer Faustregel merken. 1mg pro Kilo Körpergewicht. Im Durchschnitt kann man also von 80 bis 120 mg ausgehen. Der Tagesbedarf entspricht dabei der Menge, die auch maximal aufgenommen werden kann. Abweichungen sind bedingt durch das Alter, Krankheiten oder beispielsweise eine Schwangerschaft. In diesen Fällen ist eine erhöhter Vitamin C-Bedarf gegeben. Sinnvoll ist in jedem Falle regelmäßige Vitaminhaltige Kost zu sich zu nehmen.
Wie würden Sie diese Inselfrucht dem Urlauber empfehlen?
Axel-Steffen Honig: Sanddorn ist gesund. Darum: Lassen Sie sich einen guten Sanddornlikör schmecken oder probieren Sie ruhig mal einen frisch gepressten Sanddorn-Saft.