Sonntag, 2. Dezember 2007

„Hatifa“

Wer kennt nicht die Serien „Ein Bayer auf Rügen“ oder „Hallo Robbie“? Weitgehend unbekannt ist, dass auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund seit fast 100 Jahren Filme gedreht wurden. Wir rufen einige der Filmstreifen wieder in Erinnerung ...
Rügen kann durchaus exotisch sein. 1935 nutzte die UFA beispielsweise die Prorer Wiek als Kulisse für den Filmstreifen „Der Dschungel ruft“ und ließ die Elefanten toben.
Die DEFA ging jedoch noch einen Schritt weiter. Gut zwanzig Jahre später verfilmte sie das Wüsten-Märchen „Hatifa“ am Strand von Glowe. Drehort: Die „weiße Wüste“. Sie wird von einer Karawane des Kaufmanns Ganem durchzogen. Dabei entdeckt der reisende Weise Simsal die aus einem Steinbruch entflohene Sklavin Hatifa. Hilflos, ohne Wasser und Nahrung ist sie am Ende ihrer Kräfte.
Simsal ahnt nichts von ihrer Herkunft und nimmt sie auf. Schnell erholt sich Hatifa und gewinnt neue Freunde. Doch die Gefahr der Entdeckung ist allgegenwärtig und auf das Verstecken von Sklaven steht der Tod. In ihrer Not vertraut sie ihr Geheimnis dem jungen Knecht Hodja an. Aus Rücksicht auf die Karawane fliehen beide. Doch schon bald werden sie durch den Kaufmann Ganem aufgegriffen. Als er merkt, dass er mit Hatifa viel Geld verdienen kann, verkauft er sie erneut in den Steinbruch. Nun soll Hatifa mit einem Sklavenschiff in ein fernes Land gebracht werden. Doch soweit kommt es nicht: Durch die Hilfe des eingeschleusten Hodja kann der Zeeräuber Zadok das Schiff überfallen und die Gefangenen aus den Händen ihrer Peiniger befreien. Zadok, selbst ein entlaufener Sklave, erkennt plötzlich durch ein Amulett in Hatifa seine verschollene Tochter...

Der unter der Regie von Siegfried Hartmann zwischen 1959 und 1960 gedrehte Film kam am 25.07.1960 in die deutschen Kinos. 1961 gewann „Hatifa“ beim II. Internationales Filmfestival in Neu Delhi sogar die Silberne Lotosblume. Zu den bekanntesten Schauspielern gehört Harry Hindemith als Simsal. Der nach der gleichnamigen Erzählung von Willi Meinck gedrehte Filmstreifen ist nun auch auf DVD im Handel erhältlich.

(„á la carte“ 12/2007-3/2008)