Montag, 2. Juli 2007

Auf der Sonnenseite der Insel

 Sassnitz. (RO) Alle Jahre wieder: Baden in der Ostsee, Sonnenbaden am Strand. Alles könnte so schön sein, wenn da nicht manches Mal dieses Jucken wäre. Wir sprachen mit dem Apotheker Hubertus Ellers von der „Störtbebeker-Apotheke“ in Sassnitz über die positiven und negativen Aspekte eines Sonnenbades.
Mit den Sommerferien kommen auch wieder viele Sonnenanbeter zu uns. Herr Ehlers, welche positiven Aspekte hat die Sonne mit ihrer Strahlung für den Menschen?

H. Ehlers: Die Sonne ist erst einmal sehr wichtig. Das Sonnenlicht ist deshalb für den Organismus von Bedeutung, weil dadurch beispielsweise Vitamin D aufgebaut wird – dies kann positiv für den Knochenbau oder den Zahnaufbau wirken. Außerdem gibt es psychische Aspekte: Man wird aktiv und man tut etwas gegen Depressionen. Und drittens stärkt das Sonnenlicht auch das Immunsystem – die Abwehrkräfte des Körpers – Aber: alles nur in Maßen genossen. Wenn man sich zuviel der Sonne aussetzt hat das Sonnenbad natürlich auch negative Aspekte...
Die da wären...?
H. Ehlers: Die Sonne – das ist ja eine Strahlung. Sie schädigt bei übermäßigem Genuss. Bei der Sonne ist es beispielsweise die UV-A Strahlung, die den Sonnenbrand auslöst. Wenn man also zu lange in der Sonne ist. Das gilt speziell für hellhäutige Menschen. Außerdem: die Strahlung, die eine Hautalterung bewirkt, weil sie das Gewebe schädigt und dann nach neuesten Forschungen auch die Infrarot-Strahlung.
Und wie schütze ich meine Haut optimal gegen zu viel Sonne?
...indem man sich nicht exzessiv der Sonne aussetzt, also in der Mittagssonne zum Beispiel. Darum: Anfangs nur dosiert in die Sonne gehen und dies dann besser langsam steigern. Außerdem empfehle ich den Auftrag eines Sonnenschutzes. Dazu eignen sich Sonnencremen oder Sonnenmilch.
Wie lange kann man sich denn mit normaler Haut der Sonne aussetzen?
H. Ehlers: Hauttypbedingt zwischen zehn und dreißig Minuten – in diesem Zeitraum spricht man in der Regel vom Eigenschutz. Danach fängt dann die Sonne an schädlich zu werden, wenn man keinen Schutz aufgetragen hat. Hellhäutige können dabei nicht so lange in der Sonne bleiben.
Was kann ich denn tun, wenn der Sonnenbrand schon da ist? Wie kann man dann der Haut Linderung verschaffen oder Entspannung?
H. Ehlers: Was kann man machen? Erst einmal: Gar nicht mehr in die Sonne gehen, bis der ganze Sonnenbrand verheilt ist und der Haut eine Linderung durch Kühlung verschaffen. Da gibt es ja eine einfache Möglichkeit: Am Strand kann man beispielsweise ein nasses Handtuch verwenden. Außerdem könnte man entsprechende Gele auftragen, die die Haut beruhigen und entzündungswidrig reagieren – wie Aloe Vera – Produkte. Wenn es jedoch schlimmer ist, kann man daneben auch Asperin nehmen.
Wo kann man dazu beraten werden?
H. Ehlers: Bei einer Rötung der Haut – also einer Entzündung ersten Grades – kann man eine Beratung in jeder Apotheke erhalten. Bei einer Blasenbildung sollte man jedoch einen Arzt aufsuchen. In jedem Falle sollte man aber beim Sonnenbaden eines beachten: Viel trinken – das gilt sowohl vor dem Sonnenbad als auch nach dem Sonnenbad - als erste Schutzreaktion.
(veröffentlicht im „á la carte“ 07/2007)

http://www.inselreport.de/p/rugen-outdoor.html