Donnerstag, 2. August 2007

„Heißer Sommer“

Wer kennt nicht die Serien „Ein Bayer auf Rügen“ oder „Hallo Robbie“? Weitgehend unbekannt ist, dass auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund seit fast 100 Jahren Filme gedreht wurden. Wir rufen - nach „SAS 181 antwortet nicht“ (Juni) und „Ein Sommertag macht keine Liebe“ (Juli) - nun einen weiteren Filmstreifen in Erinnerung...

Sassnitz. (SAS) „Heißer Sommer“ ist einer der wenigen Kultklassiker der DEFA. Bis heute bewegt er Generationen. Warum lässt sich schwer sagen. Fakt ist: Dieser ostdeutsche Musikfilm ist sowohl banal, als auch liebenswert. Getragen von den sympathischen Stars dieses Films - dem Sachsen Frank Schöbel und der Ostpreußin Chris Doerk – wird eine typische Sommergeschichte ohne übertriebenen Tiefgang erzählt.



Regisseur Joachim Hassler schickt 11 junge Frauen aus Leipzig und 10 junge Männer aus Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz-Anm. d. Red.) auf eine Reise an die Ostsee. Da beide Gruppen den Daumen in den Wind recken, kommen sie sich in die Quere. Auch wenn es die Mädchen etwas leichter haben, eine Mitfahrgelegenheit zu finden – letztlich endet der Kampf der Geschlechter etwa zeitgleich am Ziel. Doch die Jungs suchen nach Vergeltung: Sie locken die Mädchen in die Mückenhölle. Was vorerst nach viel Ärger aussieht, bedeutet letztlich jede Menge Spaß... Und: Man(n) kommt den Mädchen näher. Pärchen bilden sich... Das schafft auch Spannungen, weil jede(r) natürlich eine(n) Andere(n) im Auge hat: Stupsi steht auf Kai. Und Kai steht auf Brit... Das findet Wolf gar nicht gut...


Schnell hat sich der Focus der Kamera auf die vier Charaktere eingestellt – den ratlosen Romantiker Kai (Frank Schöbel), die moralische Institution Stupsi (Chris Doerk), den Frauenheld Wolf (Hans-Michael Schmidt) und Brit (Regine Albrecht), die gleich beiden Männern den Kopf verdreht. Daneben treiben die jungen Leute jede Menge Unfug und durchleben Abenteuer. Der teilweise dünn geratene Handlungsfaden liefert den Übergang zwischen den reichlichen Gesangs- und Tanzeinlagen. Die Kulisse dieses Farbfilms hätte jedoch nicht treffender gewählt sein können, denn gedreht wurde zu weiten Teilen auf der Insel Rügen - u.a. an den Kreidefelsen auf Jasmund, auf der Halbinsel Mönchgut, in und um Putbus.



Bis heute gilt der Film als großer Wurf: Immerhin konnten sich bisher über 6 Millionen Zuschauer für die leichte Sommergeschichte begeistern. Tipp: Nun gibt es „Heißer Sommer“ auch auf DVD...


(„á la carte“ 08/2007)

https://de-de.facebook.com/sas.sassnitz.am.sonntag