Donnerstag, 2. Oktober 2008

Ein Surfer mit Leidenschaft

Seit wann windsurfst Du
Windsurfen ist eine der vielen Möglichkeiten auf Rügen aktiv Urlaub zu machen. Wir sprachen mit Detlef Papendorf (45), der schon seit mehr als 20 Jahren vor Rügen surft. Wer aber denkt, dass ein „Urgestein“ des Windsurfens langsam müde wird, hat weit gefehlt – Detlef trainiert die neusten Tricks und Manöver und sieht Windsurfen als seine persönliche Lebenseinstellung.
Seit wann windsurfst Du? Und wie kam es dazu?
Detlef: Ich hab 1988 angefangen – aus einer Laune raus. Damals fuhr ich in Thiessow Milch aus und hab das da gesehen - das war ja damals der Spot auf der Insel. Und da dachte ich: Sieht cool aus, musst Du auch mal probieren.

Wie war es damals - vor 1989? Wurdest Du belächelt?
Detlef: Nein, eigentlich nicht. Gut, wenn ich gewusst hätte, dass dann ´89 die Wende kam, hätte ich bestimmt noch ein Jahr gewartet, denn das erste Jahr hatte ich ja gar keinen Anzug und nichts... Ich hab mir da von einem Bekannten Material ausgeliehen.
Wie sah das Surfmaterial damals aus?
Detlef: Das war ein Windglider-Nachbau mit 3.80 m Länge, den er wohl von den Tschechen hatte, und ein 5.5 qm Dreieckssegel von North, dass man nur über Beziehungen zum Westen bekam.
Wann hast Du dann dein erstes eigenes Material gehabt?
Detlef: Das kaufte ich 1991. Da hatte ich nur ein Segel. Damit ist man bei jedem Wind gefahren - egal ob Starkwind oder wenig Wind.
Wo ist Du denn Dein Lieblingsspot auf der Insel?
Detlef: Ja, also bei West fahre ich immer am liebsten nach Suhrendorf und bei Ost nach Rosengarten.
Gab es irgendwann in der langen Zeit einen Punkt, wo Du gesagt hast: „ich hör auf...“?
Detlef: Nein, absolut nicht. Ich hab auch nicht das Gefühl, dass das mal kommt. Windsurfen kann man immer, egal ob mit 30 oder 60.
Was hältst Du als „alter Hase“ denn von den aktuellen Entwicklungen im Sport, z.B. dem Freestyle?
Detlef: Ich persönlich finde das super. Ich sehe mir das gern an.
Hand auf´s Herz – probierst Du es auch selbst?
Detlef: Sicher, ich probier ich es. Natürlich kommt man auch irgendwann an seine Grenzen. Du hast zwar ein Rigg- und Brettgefühl, aber mit 30 kommt die Schere. Du baust Muskeln ab, bist nicht mehr so gelenkig und dann kriegst du es nicht mehr so gebacken. Aber man probiert weiter.
Wenn Du seit 20 Jahren surfst, gab es doch bestimmt auch einige ganz besondere Erlebnisse – mit Aha-Effekt, oder?
Detlef: Mehrere. Wir sind schon bei Mondschein in Rosengarten gesurft. Oder im Sommer in Suhrendorf: Da war es schon stockdunkel, aber es waren immer noch Urlauber draußen... Ich wollte der Letzte sein, der vom Wasser geht. Quasi der, der das Licht ausmacht. Man war so verrückt.
Bist Du auch so verrückt das ganze Jahr zu surfen?
Detlef: Ja klar, solange kein Eis ist und die Lufttemperatur nicht unter 3°C geht. Sonst wird´s hart, weil die gefühlte Temperatur noch kälter ist.
Gibt es ein Highlight in dieser Saison für Dich?
Detlef: Ja schon, aber das kommt erst noch. Am 03.10. werde ich beim Contest des „Ummanzer Season´s out- Festivals“ als Jurymitglied auftreten. Das man mich als „alten Hasen“ da gefragt hat, ist schon toll – es ist schön, dass an mich gedacht wurde.
 
(Das Interview für das "á la carte" führte Caren Bakker)


http://www.inselreport.de/p/rugen-outdoor.html