Mittwoch, 3. Juni 2009

Mit beschwingter Leichtigkeit

Was passieren kann, wenn bei Schweizer Architekten die Faszinat Was passieren kann, wenn bei Schweizer Architekten die Faszination für die filigranen Bauten vom Landbaumeister Ulrich Müther geweckt werden, davon konnte man sich bis zum 11. April 2009 im Architekturforum Zürich überzeugen. Rahel Lämmler und Michael Wagner haben ihre Begeisterung für die Schalenbauten von der Ostsee in ihre eidgenössische Heimat getragen. Ihr Ziel, Müthers Werk auch hier einer breiten Öffentlichkleit zugänglich zu machen, ist geglückt. 13 extra dafür angefertigte Modelle, originale Zeichnungen und Baustellenfotos dokumentierten aufschlussreich das Werk des Konstrukteurs. „Unter dem Strich“, resümierte die Neue Züricher Zeitung vom 4. März 2009 treffend, wird nun in der Krise die fortschrittsgläubige Vergangenheit – und damit auch das Werk Müthers, wiederentdeckt. Passend dazu gibt es von den Schweizern das Buch „Ulrich Müther Schalenbauten“ im praktischen Taschenformat.
Der 120 Seiten starke Architekturführer erweist sich - bei Ausflügen nach Rügen und Mecklenburg-Vorpommern - als bezaubernder Reisebegleiter. Das hier sämtliche Schalenkonstruktionen Müthers vereint werden, zeigt, wie nachhaltig die erste Entdeckung des weißen „Ufos“ am Binzer Strand (Der ehem. Rettungsturm – Anm. d. Red.) auch für die Autoren Rahel Lämmler und Michael Wagner gewesen sein muss. Zu einer Reise einladend und Müthers Werk reflektierend, eröffnet das Taschenbuch spannende architektonische und kulturgeschichtliche Einblicke mit entsprechender zeitlicher Einordnung. Anschaulich durch über 70 Abbildungen und Planschnitte, unterhaltend durch kurze Baugeschichten und besucherfreundlich durch die eindeutige Adressierung. Auch wenn sich die Bestandsaufnahme dabei auf die Insel Rügen und Mecklenburg-Vorpommern konzentriert, so bleibt auch der Anhang überraschend. Verzeichnet wurden weitere Schalenbauten von Ulrich Müther - in Deutschland und weltweit.
Wegen der hohen Nachfrage musste der Architekturführer – der zum Klassiker werden könnte - bereits in zweiter Auflage erscheinen. Er ist im Züricher Niggli Verlag erschienen und auch in Deutschland unter der ISBN-Nummer 978-3-7212-0662-3 im Buchhandel für 20,00 Euro zu beziehen.