Samstag, 11. Dezember 2010

„Huch! Julklapp!“

Kurz vor dem Fest wird es sicher wieder eng werden im Supermarkt. Da drängen sich dann unsere schwedischen Gäste durch die endlosen Regale mit Spezialitäten aus aller Welt. „God Jul!“ Mmhhhh… Jul? Irgendwie schon mal gehört. Julabend? Julklapp! Und da fällt es wieder ein. Denn bei uns – die wir lange Zeit „brave Schweden“ waren – wurde die Nacht des kürzesten Abends früher auch noch nach skandinavischer Sitte gefeiert. Eine übrigens schöne Tradition! Stellen Sie sich vor: Mit dem Ruf „Huch Julklapp!“ werfen sie bei Freunden und Verwandten riesige, unförmige – aber fest und sicher verschnürte! – Pakete in die Stuben... Das klingt für Sie wie ein Drehbuch zur IKEA-Werbung? Nun, lesen wir, was wir aus einem alten Buch zu diesem Brauch an der pommerschen Küste erfahren: „Am Abend fertigen die Erwachsenen fest eingepackte Geschenke, zu denen sie sich aber nicht bekennen, die aber mit Versen und scherzhaften Briefen begleitet werden und gemeiniglich leicht auf ihre Quelle zurückzuführen sind. Man lässt die Pakete ins Haus oder ins Zimmer werfen unter dem Rufe: Huch Julklapp!“ Oft geht so ein Paket durch mehrere Hände, indem es erst an den einen und dann an den anderen adressiert ist.“ Bedingt durch die beschriebene verwirrende Adressierung kommt es natürlich zu Heiterkeit. Was man auf einem verzurrten Päckchen für Verse findet? Zum Beispiel diesen:

„Alles abzuwickeln lerne,
durch die Schale dring´ zum Kerne.
Rühre munter Deine Hände,
Fleiß belohnt sich doch am Ende!           

Natürlich wurde auch manch derber Streich an solchen Abenden getrieben, die schon mal den Haussegen schief hängen lassen konnten, aber dies ist eine andere Geschichte. Na dann: „Huch Julklapp!“