Samstag, 17. September 2011

„Brand im Ozean“

Dreharbeiten am Greifswalder Bodden
Sicher kennen Sie die Serien „Ein Bayer auf Rügen“ oder „Hallo Robbie“. Doch wussten Sie, dass man seit nun schon fast hundert Jahren Filme auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund dreht? Zu den fast vergessenen Filmen gehört sogar ein Film, der in Amerika spielen sollte...
Der Süden der Insel Rügen war bereits mehrfach als Filmkulisse für Kinostreifen in unseren Blickpunkt gerückt. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Filme „Die Heiden von Kummerow“ oder „Geheimakte W.B. I“  (vorgestellt in der Filmszene 5 und 19 – Anm. d. Red.). Wie beim Letztgenannten fanden auch die Dreharbeiten zu dem Film „Brand im Ozean“ 1939 am Greifswalder Bodden statt. Die Terra Filmkunst Gesellschaft scheute als Produktionsfirma für deren Umsetzung weder Mühe noch Kosten. So konnten für die Hauptrollen bekannte Schauspieler, wie Hans Söhnker und René Deltgen, verpflichtet werden. Doch worum geht es inhaltlich in der frei erfundenen Handlung?         
Kinoplakat: "Brand im Ozean"
An der mittelamerikanischen Küste bohrt eine Ölgesellschaft nach dem begehrten „schwarzen Gold“. Die Suche treibt die Firma immer weiter aufs Meer hinaus. Da findet Tom, der Taucher, eine vielversprechender Stelle zum Bohren. Aber entgegen der Vermutung muss viel tiefer gebohrt werden. Hilfe versprechen eigentlich nur die Sprengungen durch Nick. Der Panzertaucher ist Toms bester Freund und Lösung des Problems. So weit, so gut! Nur: Mit Juana, der Tochter des Ölgesellschafters Don Pedro, erhöhen sich auch die Spannungen in der Handlung. Die Schönheit verdreht natürlich gleich beiden Freunden den Kopf. Da bleibt nur eine Aussprache zwischen Tom und Nick. Letzterer ist bereit zu gehen, als Juana ihm ihre Liebe gesteht. Tom – dabei zugegen – ist enttäuscht. Das Drehbuch sorgt nun für getrennte Wege. Juanas Vater, Don Pedro, gewinnt Tom als Mitstreitern für die Hebung eines Wracks im Bohrgebiet. Es lockt das Gold an Bord, welches sich noch auf dem Meeresgrund befinden soll. Für Nick ist dies die Katastrophe, denn bei der Reparatur einer Leck geschlagenen Ölleitung entzündet eine Laterne das aufsteigende Öl. Schon bald steht das Meer in Flammen. Juana wendet sich – Sie ahnen es! -  an Tom und bittet diesen um Hilfe bei der Rettung. Der entscheidet sich für den Freund, kappt die Taue des „Goldwracks“ und rettet Nick. Unversehrt zieht er ihn an die Wasseroberfläche! Beide sind in Freundschaft wieder vereint... Die Botschaft: „Freundschaft ist wichtiger als Reichtum!“
 „Brand im Ozean“ ist sicher ein für seine Zeit ungewöhnlicher Film. Auch wenn in der Handlung zwischen Tom, Nick und Juana eigentlich nichts überrascht, so ist doch das Thema Rohstoffgewinnung, Profitstreben und zwischenmenschliche Werte – bis hin zur Ritterlichkeit! – nicht uninteressant. Verrückt: Die Inszenierung einer Ölbohrung vor der Insel Rügen und der pommerschen Küste war auch real nicht  ganz abwegig. So erschien 1938 (!) eine entsprechende Betrachtung in der Wochenschrift „Zeitschrift für Erdkunde“ durch Karl Köster. Nach dem 2. Weltkrieg fanden dann auch erste Bohrungen statt. Aber das ist keine Filmgeschichte...