Freitag, 9. September 2011

Von Insel zu Insel: Hiddensee

Rügen bietet mit seinen zahlreichen Schiffsverbindungen zu anderen Inseln schöne Tagesausflüge für die ganze Familie. Wir möchten Ihnen unseren zweiten Ausflugs-Tipp vorstellen.
Selbstverständlich bewegt man sich auf der Insel Rügen oft mit dem Auto, von Insel zu Insel jedoch am Besten mit dem Schiff. Heute wollen wir mit der „Weißen Flotte“ um 9.05 Uhr von Schaprode in Richtung Hiddensee ablegen. Zugegeben, im Gegensatz zu unserer letzten Schiffstour nach Usedom sind wir diesmal kurzweilig unterwegs. Schon nach einer guten dreiviertel Stunde – Möwen haben unsere Fahrt begleitet - setzen wir das erste Mal unseren Fuß auf „dat söte Länneken“.
Kloster! Der Wind dreht auf „rechts“ und bläst über den flachen Teil der Insel aus Nordost. Gut das wir über den Pullover noch eine Anorak mit Kapuze gezogen haben - Witterungsumschläge haben schon so manchen Gast überrascht! Wir wollen zunächst eine kleine Erkundung unternehmen. Vorbei am Hotel „Dornbusch“ gelangen wir zum Hauptweg von Kloster. Links entlang liegt nach etwa 200 Metern zur Rechten das Gerhard-Hauptmann-Haus. Es hat ab 10.00 Uhr geöffnet und lädt gegen 3,00 EUR zum Eintritt.

Der Sommersitz Hauptmanns auf Hiddensee
1929 erwarb der schlesische Literatur-Nobelpreisträger das Haus „Seedorn“, ließ nach eigenen Skizzen einen Anbau ausführen und bewohnte es meist in den Monaten Juli bis September. Seit 1956 ist sein Sommersitz als Gedenkstätte auch der Öffentlichkeit zugänglich. Erwähnenswert: Das Haus befindet sich noch weitgehend im originalen Zustand. Das Arbeitszimmer war Schaffensstätte zahlreicher Werke und Mittelpunkt für Treffen mit prominenten Gästen des Schriftstellers.  
Das große Zimmer mit Sitzecke und Kammin
 Ein weiteres Ziel liegt auf unserem Weg. Nur etwa hundert Meter weiter befindet sich die 1880 errichtete  Seenotstation. Heute dokumentiert hier das Heimatmuseum Leben und Alltag der Hiddenseer. Zu den absoluten Besonderheiten zählt die Nachbildung des berühmten „Hiddenseer Goldschmucks“. Auch wenn die Legende des Fundes nach einer Sturmflut vor etwa 140 Jahren umstritten erscheint, so ist die Kopie des Goldschatzes dennoch absolut sehenswert. Der Eintritt kostet 3,50 EUR.

Die einstige Seenotrettungsstation - heute: Heimatmuseum
Gut informiert wenden wir uns nun von der ehemaligen Seenotstation direkt in Richtung Strand – hier beginnt die Steilküste. Sie verläuft in aufsteigender Linie nach Norden. Wir folgen ihr und erreichen nach etwa 500 Metern die Hucke. Sie ist durch eine Steinmole geschützt. Unkundigen, wie uns, empfiehlt sich, hinter der Mole zu bleiben. Unser Blick fällt auf orange Beeren an wilden Sträuchern. Die Sanddornbeeren sind naturgereift. Sicher ist es einfacher die veredelten Früchte später als Schnaps oder Saft zu kaufen.... Hier können sie aber auch davon ausgehen, ein Inselprodukt zu kosten! Über eine markierte Treppe gelangen wir in das Hochland.        
Der Weg führt uns Richtung Hexen- und Bakenberg. Unser Ziel ist ausgeschildert: Die beliebte Waldgaststätte „Zum Klausner“. Ab 11.30 Uhr wird zum Mittagstisch geladen und - wenn die Herbstsonne noch wärmt - auch in den Biergarten. Auf der Speisekarte stehen Fischgerichte - natürlich ganz oben! Frisch gestärkt geht es vorüber an der Swantevitschlucht zum Leuchtturm. Er wurde 1888 auf dem 70 Meter hohen Schluckswiekberg erbaut und ragt selbst 23 Meter gen Himmel. Heute ist das Besteigen des Turmes übrigens gestattet. Dies kostet uns 2,50 EUR. Geboten bekommen wir aber eine einmalige Aussicht über die ganze Insel. - Eine Empfehlung!

Wahrzeichen der Insel: Der Leuchtturm auf dem Dornbusch
Auf einem ausgeschilderten Wanderweg erreichen wir über den „Inselblick“ – der uns einen letzten Blick über die Insel gewährt - wieder Kloster. Bis zur Rückreise nach Rügen um 15.30 Uhr bleibt noch ein wenig Zeit. So verweilen wir zum Kaffee in der Gaststätte des Hotels „Hitthim“. Ab 12.00 Uhr geöffnet,  begrüßt sie uns mit vielen Fotos prominenter Gäste. Sie alle haben diese noch „wirkliche“ Insel besucht. Zugegeben, wir fühlen uns gleich noch besser und spekulieren, welches Porträt von uns denn die Galerie zieren könnte. Natürlich können wir uns nicht einigen, aber: Wenn wir das nächste Mal kommen... Naja, wer weiß, vielleicht ist ja auch ihr Foto dabei. Wir sehen uns. Auf Hiddensee!

Wichtige Hinweise für Hiddensee-Fahrer:
Die Überfahrt kostet hin und zurück für Erwachsene 16,90 EUR und für Kinder (zwischen 4 und 14 Jahren) 9,60 EUR. Mit den Bordkarten für die Überfahrt wird die Kurkarte (Tageskarte) für 1,50 EUR (bis 31. Oktober 2011) bzw. danach 1,00 EUR in Schaprode verkauft. Eintrittsermäßigungen sind seit dem 18. Juli 2011 damit allerdings nicht verbunden. Ab dem Monat November bitte bedenken: Die Museen öffnen erst ab 11.00 Uhr, der Leuchtturm ist nur auf Anfrage geöffnet – Voranmeldungen sind aber unter 038300 / 50456 möglich.