Freitag, 16. September 2011

Ikonen der Bäderarchitektur

Lesenswert: "Ikonen der Bäderarchitektur"

Der September, im Seebad Binz auch als „Monat der Bäderarchitektur“ bekannt, ist vergangen. Das Thema bleibt uns jedoch erhalten. Am Rande einer der zahlreichen Veranstaltungen zur Bäderarchitektur wurden wir im Gespräch auf das Buch „Ikonen der Bäderarchitektur“ aufmerksam.
Wer das Buch „Pommersche Bäderarchitektur“ gelesen hat, ist mit dem Thema von Fertigteilhäusern der Firma Heinrich Kraeft aus Wolgast ja bereits ansatzweise vertraut. Um so begrüßenswerter ist es, das nun  – nachdem im letzten Jahres eine umfassende Dokumentation zu der Wolgaster Holzbau-Firma erschien – auch ein zweiter Teil zu ihren lokal errichten Bauten veröffentlicht werden konnte. Vorgestellt werden darin nicht nur die Häuser auf Usedom und in Wolgast, sondern auch auf der Insel Rügen. Mit der Liebe zum Detail, alten Fotos, Bauplänen und persönlichen Geschichten weiß der Autor Hans-Ulrich Bauer auch Leser zu überzeugen, die eher regionales denn bautechnisches Interesse an der Bäderarchitektur zeigen. Und doch fasziniert neben der Formenvielfalt der Villen auch die Tatsache, dass hier immer wieder von vorgefertigten, transportablen Häusern des ersten Fertighausproduzenten in Deutschland die Rede ist.
Mit dem zweiten Teil schließt sich übrigens auch für den Autor ein Kreis. Einst war sein Interesse an den Fertigteilhäusern durch die Villa „Undine“ in Binz geweckt worden, nun kehrt er mit der Neuveröffentlichung zurück auf die Insel. Der Blick hinter die hölzernen Wände vertieft den Eindruck, dass hier nicht nur jemand ein Buch geschrieben hat, sondern sich auch zu einem Thema mitteilen möchte, welches ihm Herzensangelegenheit ist.
Insofern ist die Neuveröffentlichung auch eine Empfehlung für den ersten Teil. Hier wurde eine Frage beantwortet, die dem Leser nicht aus dem Kopf gehen wird: Wie hat diese Baufirma es schon vor weit über hundert Jahren geschafft, kreative Entwürfe aus amerikanischem Holz zerlegbar vorzufertigen und diese nicht nur in Pommern, sondern auch in Ostpreußen, Ostafrika oder Südamerika aufzurichten? Aber das wäre eine weitere Buch-Empfehlung... 

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