Mittwoch, 5. Oktober 2011

Zum Singen nach Stralsund. - Zum Golfspielen nach Rügen?


Wieder an der Küste: Jonny Hill
Am 31. Oktober 2011 ist Jonny Hill in der Hansestadt Stralsund zu Gast. Grund genug für Fragen an den erfolgreichen Musiker, Texter und Produzenten.
Jonny, es gibt Lieder die man sofort mit einem Sänger verbindet. „Ruf Teddybär eins-vier“ dürfte eines davon sein. Wie ist es damals zur Entstehung Deines Hits gekommen und warum heißt Dein neues Lied „Teddybär ich danke Dir“?
Jonny Hill: RCA war die Schallplattenfirma von Elvis Presley und auch meine Firma. Es war ungefähr Anfang 1978, als der Direktor der RCA zu mir sagte: „Lass uns doch einmal ein Album mit den besten Countrysongs auf deutsch produzieren.“

Daraufhin begann ich das Material, das sich auf dem Markt befand, zu sichten und mir die Titel und Songs herauszusuchen, die mir persönlich sehr gut gefielen. Es waren Lieder wie „Green green Gras of Home“, „Detriot City“, „Ring of Fire“, „Some broken Hearts never mend“, um nur einige zu nennen. All die Lieder, die ich im Original heraussuchte, waren bei uns als Country-Klassiker bekannt und beliebt. Teilweise gab es keine deutschen Texte und wenn überhaupt, dann nur schlecht übersetzt. Deshalb machte ich mich an die Arbeit und verfasste viele neue deutsche Texte.
Beim Hören des Materials stieß ich auf ein Lied, das Teddybär hieß und von einem Sänger namens „Red Sovine“ gesprochen wurde. Da dieser texanische Künstler einen sehr starken Dialekt sprach, konnte ich den Text nur teilweise verstehen. Trotzdem konnte ich die Stimmung erfassen und war sehr berührt. Ich beschloss diese Nummer, die in Amerika Platz eins der Charts belegte, auch auf mein Album „Jonny Hill singt die schönsten 24 Countryhits auf Deutsch“ aufzunehmen. An einem heißen Julitag gab ich dann die Geschichte nach meinem Empfinden wieder und glaube ganz fest daran, dass mir jemand dabei die Feder geführt hat.
Nachdem die Produktion fertig war, habe ich die Lieder meiner Schallplattenfirma vorgespielt. Die meisten Mitarbeiter der Firma RCA glaubten nicht an den Erfolg von „Ruf Teddybär 1-4“ und wollten daher das Lied auch nicht als Single veröffentlichen. Erst der Druck der Menschen, die mein Lied von dem kleinen Jungen und dem LKW-Fahrer bei Radio Luxemburg- dem einzigen Sender, der es spielte- gehört hatten, brachte die RCA dazu eine Single zu veröffentlichen. Daraufhin folgte die ZDF-Hitparade und der Riesenerfolg war nicht mehr aufzuhalten.
Am 1.April 1980 war „Ruf Teddybär 1-4“ in Deutschland auf Platz eins der Hitparade.
Ich weiß, dass ich seit über dreissig Jahren die Herzen der Menschen berührt und viele zu Tränen gerührt habe. Dies hat mich nicht eingebildet werden lassen, aber doch ein klein wenig stolz und sehr glücklich gemacht.
Nachdem ich im letzten Jahr drei Jubiläen feiern konnte, 30 Jahre „Ruf Teddybär 1-4“, 40 Jahre auf der Bühne und ich wurde 70 Jahre dachte ich, ich könnte einen dritten Teil von Teddybär schreiben und mich darin bei allen für das Glück das Teddybär mir gebracht hat, bedanken.
Was erwartet Deine Fans in Stralsund?
Jonny Hill: Ein stimmungsvolles Gala-Konzert mit meinen schönsten Balladen und natürlich mit meinem Teddybär.
Nun hast Du mit „Kilometer 330“ vor etwa 20 Jahren auch ein wenig Fernsehgeschichte geschrieben – Du moderiertest eine Sendung, die sich ausschließlich mit deutschsprachiger Country-Musik beschäftigte. Wo siehst Du diese Trucker- und Country-Musik-Szene heute?
Jonny Hill: Da es leider kein Forum in Form einer großen Fernsehsendung gibt hat sich diese Szene derartig verkleinert. Wir haben damals auch versucht dem Nachwuchs zu fördern. Das gibt es leider nicht mehr. Sicher gibt es eine Menge von Country- Coverbands aber die spielen nur bei kleinen Veranstaltungen und dort wird nichts bewegt. Solisten sind nach wie vor nur ganz wenige.
Als Grazer aus der Steiermark hat man – anders als ein Rüganer, der mit dem Wasser lebt - sicher eine ganz andere Beziehung zum Meer. Was verbindest Du mit der Ostsee?
Jonny Hill: Die Ostsee ist nicht nur landschaftlich eine Perle sondern war in meiner beruflichen Entwicklung ganz wichtig. Ich habe in Rostock beim Festival „Menschen und Meer“ den Publikumspreis gewonnen. In Rostock war die Sendung „Klock acht achtern Strom“, auf Rügen habe ich meinen ersten Aal gegessen und ich ging oft am Meer spazieren und es tat meiner Seele sehr gut.
Jonny, nun bist Du ein leidenschaftlicher Golfspieler. Wo liegt Dein Handicap und kommst Du zum Golfen auch auf die Insel Rügen?
Jonny Hill: Mein Handicap ist zur  Zeit 11,3 und wenn es meine Zeit zulässt, werde ich auch sicher einmal auf der Insel Rügen Golfspielen. Vielleicht sogar schon Ende Oktober so das Wetter nicht zu schlecht ist.

(Foto: © JH Eventagentur)

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