Samstag, 3. Dezember 2011

Was ein „Farken“ ist...

Nun werden die Tage besonders kurz, der Winter schickt die ersten eisigen Winde über die Insel und auch Fiete und der Fischer Hans schlagen ihre Kragen hoch. Manchmal treffen sie aber auch auf einen Grog und fabulieren von alten Zeiten...
„Weißt Du Fiete, die Winterzeit wird auch nicht so, wie man uns das von den Grünen versprochen hat.  Statt der versprochenen Klimaerwärmung hab ich das Gefühl, es würde immer eisiger werden. Für die  Kinder ist das ja schön. Draußen im Schnee toben gehen... Als ich noch so ein Dreikäsehoch von 5 Jahren war, so hat es Muddern immer erzählt, da haben wir uns natürlich auch kräftig eingeseift und mit Schneebällen beworfen. Und so kamen wir Kinder dann – es war übrigens Schlachtezeit – eines abends durchgekühlt und abgekämpft heim. Immerhin krakelten wir aber noch lautstark an der Haustür.
Als uns Vaddern so zu Gesicht bekam, fragte er fast schon besorgt, was denn mit uns los wäre. Nüchtern  stellte er auf plattdeutsch fest: „Du sühst jo uut as´n Farken!“ Da habe ich dann wohl den Kopf gesenkt und besser geschwiegen. Auf Vaddern hatte das wohl eher eine versöhnliche Wirkung.
Milde – aber bestimmt (!) – fragte er, ob ich denn nicht wüsste, was ein „Farken“ wäre. Unschuldig in meiner Art meinte ich, dass ich das natürlich wisse, denn ein „Farken“ wäre ja nun mal „dat lütt Kind“ von einem großen Schwein. Da wandte sich Vaddern ab, feixte Muddern verschmitzt an und raunte: „Von wem er das wohl hat?“