Donnerstag, 12. April 2012

Warum die Flunder so breit ist...

Die Flunder ist ein eigentümlicher Fisch. Aus purer Missgunst, weil der Hering im Wettschwimmen in der Ostsee König geworden ist, hat sie ein schiefes Maul bekommen hat. Doch warum sie platt ist, wusste nur noch der Fischer Hans, der einst auf dem Jasmunder Bodden fischte, Fiete zu berichten:
„Als der Hergott am sechsten Schöpfungstag allerhand Getier machte, war auch der Fisch dabei. Und weil jedes Land den richtigen Anteil bekommen sollte, mussten die Engel auch den Fisch einteilen. Da der Tag aber schon zur Neige ging, schaute einer der Engel betreten auf die pommersche Küste.
Da Gott den siebenten Tag als Ruhetag festgesetzt hatte, würden zwei Nächte und ein Tag vergehen, bevor das Werk fortgesetzt werden könnte. Flüsse, wie die Oder, die Ihna oder die Peene würden so erst am Montag ihren Fisch bekommen. Kurzerhand warf der Engel die Fische in das Stettiner Haff. Und damit sie dort nicht wegschwimmen konnten, versah er die Flussläufe der Peene und der Dievenow mit einem großen Stein. Als er aber einen Stein zur Abdichtung der Swine fallen ließ, traf er dummerweise eine dusselige Flunder. Der platzte beim Aufprall des Steins die Blase in ihrem Leib und nun sah sie unter der Last des Steins ganz breit aus.
Unbekümmert kam der Engel am darauffolgenden Montagmorgen, um die Steine zu lüften. Als er aber den Stein vor der Swine anhob, glitt plötzlich die eingeklemmte Flunder hervor und entschwand in die Pommersche Bucht. Zur Strafe mussten sie und ihre Nachkommen nun immer auf dem Grund schwimmen. Den großen Stein aber, der die Flunder traf, warf der Engel ärgerlich in die Ostsee. So soll die Greifswalder Oie vor der Insel Rügen entstanden sein.“