Donnerstag, 12. Juli 2012

Die Türme vom Kap Arkona

Die Leuchttürme am Kap Arkona
Da wir an der Küste keine großen Berge zu besteigen haben, mussten wir unsere Aussichtspunkte als Zweckbauten erst schaffen. So entstanden in der Vergangenheit eine Vielzahl von Bauwerken, die noch heute zum Blick über die Insel einladen. Einige möchten wir Ihnen gerne vorstellen.
Zu den wohl beliebtesten Aussichtspunkten der Insel zählen die Leuchttürme am Kap Arkona. Auch wenn heute kein Leuchtturmwärter mehr die Türen öffnet, so hat doch die Ersteigung eines Seezeichens, welches den Schiffen den Weg weist, an der pommerschen Küste seinen eigenen Reiz. Am nördlichsten Punkt der Insel entstanden gleich zwei Leuchtfeuer nebeneinander...
Wegen gefährlicher Untiefen wurde hier 1851 der kleinere der beiden Leuchttürme im Auftrag des preußischen Staates nach den Plänen von Carl Friedrich Schinkel errichtet. Das macht ihn heute zum „Alten Leuchtturm“ oder auch „Schinkelturm“. Erreichen können wir das Innere über eine Freitreppe an der Rückseite. Im dreigeschossigen Turm führt eine gusseiserne Treppen in die verschiedenen Geschosse. Hier werden Geschichte, Bauweise und Bedeutung des Seezeichens dokumentiert. Doch unser Ziel ist die Plattform. Auch wenn die Turmhöhe mit etwas über 19 Metern eher gering erscheint, war das Seezeichen auf dem Höhenzug des Kaps von Bedeutung. Das Leuchtfeuer des Ölbrenners reichte von Stubbenkammer bis Barhöft und konnte bei klarer Sicht über 50 Kilometer über das Wasser strahlen. Der heutige Rundblick wird allerdings durch seinen größeren „Nachbarn“ beeinträchtigt.
Der 1902 errichtete „Neue Leuchtturm“ thront mit seiner Aussichtsplattform in der Höhe von etwa 28  Metern weit über dem „Schinkelturm“. Als noch in Funktion befindliches Seezeichen ist seine Besteigung sicher nicht nur für Süddeutsche eine Besonderheit. Einfach ist der Aufstieg über die steinerne Treppe allerdings nicht. Doch das  Erreichen der Plattform, die einen Rundgang um das Leuchtfeuer ermöglicht, entschädigt für die Strapaze. Zu unseren Füßen – in Richtung des Burgwalls – werden wir noch auf einen dritten Turm aufmerksam. Auch dieser ist begehbar. Als Peilturm wurde er 1927 in Ziegelbauweise für die Marine errichtet und diente einst als Seefunkfeuer. 
Angeregt von diesen schönen Aussichten lässt sich noch vieles entdecken, welches die militärische Bedeutung des Kap Arkonas unterstreicht. Deutlich wird dies nicht nur beim Blick zur alten Feste Arkun mit den verbliebenen Wallanlagen und dem Peilturm. Wer seinen Blick in Richtung Westen wendet, erkennt hier einen neuen Turm, der wie ein „Kugeleis“ auf dem Kap steht. Er wurde erst in den 90er Jahren errichtet und dient der Luftraumüberwachung. Besteigungen sind hier allerdings nicht möglich!

Ausblick zu den Wallanlagen der Feste Arcun und dem ehem. Peilturm