Mittwoch, 11. Juli 2012

„Weiße Wolke Carolin“

Sicher kennen Sie die Serien „Ein Bayer auf Rügen“ oder „Hallo Robbie“. Zu den vielen Filmproduktionen der letzten hundert Jahre, die auf den Inseln Rügen und Hiddensee sowie in der Hansestadt Stralsund realisiert wurden, zählt auch ein DEFA-Kinderfilm über die erste Liebe.     
Rolf Losansky gilt als erfolgreichster Regisseur der DEFA-Kinderfilme. Doch weit bekannter als sein Name, sind die von ihm gedrehten Filme. Ob „Ein Schneemann für Afrika“ oder „Der lange Ritt zur Schule“ - Losansky gab der realistischen Handlung mit phantastischen Elementen gerne eine besondere Prägung. Die Dreharbeiten zu der „Weißen Wolke Carolin“, einem Film der nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Klaus Meyer entstand, führte ihn dabei auch an den Breeger Bodden und die Tromper Wiek, wo die Handlung im Dorf „Boddenhagen“ spielt...
Hannes Wittspeck besucht die fünfte Klasse. Seine Freundschaft und die sich entwickelnde erste Liebe zu Carolin stehen im Mittelpunkt des Streifens. Bei seinem verträumten Blick in den Himmel, der ihn mehr als einmal auch vom Unterricht ablenkt, vergleicht er Carolin mit einer weißen Wolke – der weißen Wolke Carolin. Doch diese Unaufmerksamkeit bringt ihm öfter als einmal den Tadel der Lehrerin. Und auch Carolin – mit der er jede Minute verbringen möchte – ist immer häufiger mit Benno unterwegs, der natürlich ständig Bonbons in der Tasche hat. Die Beiden – Benno und Carolin - erforschen die Dorfgeschichte. Na toll! Da ist ein Konflikt beider Jungen schon vorprogrammiert. Währenddessen sucht Kerstin die Nähe von Hannes. Er kann sie allerdings nicht ausstehen, weil sie eine riesige Petze ist.
Um Carolin zu imponieren und Benno auszustechen, entert Hannes ein herrenloses Boot - auf dem Kerstin gerne Passagier wäre. Als Carolin ihre Mutter im Krankenhaus besuchen will, macht sich Hannes auf, um sie abzuholen. Benno und Kerstin sind gleich mit von der Partie. Kaum sind sie am anderen Ufer angekommen, zieht ein mächtiger Sturm auf. Während Benno sich weigert die Rückfahrt mit dem Boot anzutreten (Viel zu gefährlich!), wollen Carolin und Kerstin Hannes nicht alleine fahren lassen. Es kommt was kommen muss: Die drei Kinder geraten in Seenot und die Situation wird für sie sogar lebensbedrohlich...
Die gut inszenierte Handlung mit glaubwürdigen Darstellern hat nicht nur die Kinderjury beim Kinderfilm-Festival in Gera überzeugt. Neben ihrem Ehrenpreis wurde der Film 1985 auch mit dem „Goldenen Spatzen“ ausgezeichnet. Leider ist dieser DEFA-Streifen noch nicht auf DVD erschienen, sonst könnte man sich auch noch einmal ansehen, wie der Hafen von Glowe und die Mole damals aussahen.