Donnerstag, 11. Oktober 2012

Von Insel zu Insel (2): Ummanz

Verträumtes Dasein: Sachsenhaus am Freesenort
Ummanz. Rügen bietet mit seinen zahlreichen Schiffsverbindungen zu anderen Inseln schöne Tagesausflüge für die ganze Familie. Für das Erreichen von Ummanz können Sie allerdings auch das Auto oder - noch besser(!) - das Rad benutzen.
Vor der Westküste Rügens gelegen, ist diese nur 19,7 qkm große Schwesterinsel immer noch eine Empfehlung für Besucher, die Abgeschiedenheit schätzen. Die Insel, die sich lange Zeit im Besitz des Stralsunder Klosters Zum Heiligen Geist befand, war einst nur mit Kähnen erreichbar. Heute ist allerdings die unkomplizierte Zufahrt über eine etwa 250 Meter lange Brücke möglich. Sie wurde 1901 von der Halbinsel Lieschow aus errichtet und 1955, wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens, vollständig umgebaut. Dadurch erreichen Besucher als erstes den alten Kirchweiler Waase am südöstlichen Rand der Insel. Das Ortsbild wurde nachhaltig durch die alten Bauernhäuser und die Backsteinkirche (mit seiner sehenswerten Ausstattung) geprägt. Unser Fazit: Waase ist der ideale Ausgangspunkt für eine Expedition.
Wir wollen die Insel umrunden. Ein Feld-, dann Spurplattenweg, führt uns nach Tankow. Hier bietet sich gerade im Herbst die Gelegenheit, Kraniche beim abendlichen Anflug und morgendlichen Abflug zu beobachten. Interessant: Die Region gehört zu den bedeutendsten Kranichrastplätzen Mitteleuropas. Weiter geht es ein Plattenweg nach Westen in Richtung Haide entlang, anschließend durch den Ort und auf dem Deich in Richtung Suhrendorf. Ummanz, soviel wird deutlich, ist eine sehr flache Insel, die sich nur an wenigen Stellen mehr als 3 Meter über den Spiegel des Boddengewässers erhebt. Ein Grund dafür, dass die Bewohner in der Vergangenheit mehrfach mit Hochwasser und Sturmfluten kämpfen mussten. Das hinter dem Deich befindliche Land wird häufig als Weidefläche – u.a. für die pommerschen Landschafe - genutzt. Wasserseitig hat es sich zum Eldorado für Kitesurfer entwickelt. Die aufkommenden Herbstwinden lassen die bunten Schirme tanzen und ziehen die Kiter mit ihren Boards durch das Flachwasser.

Eine Rast empfiehlt sich im unweit entfernten „Surfhostel Rügen“. Nach einer kleinen Stärkung geht es weiter zum „Ostseecamp Suhrendorf“. Mit dem zu DDR-Zeiten begehrten Zeltplatz hielt 1962 auch der Tourismus auf Ummanz Einzug. Noch heute halten ihm übrigens vor allem Camper aus der Tschechei die Treue. Längst sind es ihre Kinder und Enkel, die als Wassersportler schöne Tage an der Ostsee suchen.
Noch ein Tipp: Von einer Erhöhung am Strand kann man auch den gegenüberliegenden Südteil Hiddensees, den Gellen, bei guter Sicht auch das Ostende von Zingst und den oft überfluteten Bock sehen. Auch die Anzahl der Wasservögel, die bei Freesenort und Heuwiese ihre Brutgebiete haben, nehmen nach Süden hin zu. Über die asphaltierte Straße geht es durch Wusse wieder nach Waase. Wir empfehlen die Insel Ummanz vor allem Wanderern und Radfahrern. Viele Entdeckungen sind möglich!
 
http://www.inselreport.de/p/rugen-outdoor.html