Donnerstag, 18. Oktober 2012

„Whyski mit Wodka“

Sicher kennen Sie die Serien „Ein Bayer auf Rügen“ oder „Hallo Robbie“. Zu den auf der Insel Rügen gedrehten Filmproduktionen zählt aber auch eine Tragikkomödie aus dem Jahre 2009 mit realem Hintergrund.
Schon der Einstieg in den Film unterstreicht den Titel. Otto Kullberg, ein berühmter Schauspieler, steht für seinen neuen 1920-er Jahre Film „Tango für Drei“ vor der Kamera und hat Probleme sich im Fortlauf der Dreharbeiten auf den Beinen zu halten. Schnell wird klar: Der Schauspieler hat ein Problem mit Alkohol. Um einen Totalausfall und damit einen finanziellen Verlust zu vermeiden, greift man zu einem ungewöhnlichen Mittel. Alle Szenen werden kurzerhand mit einem jungen Nachwuchsschauspieler doppelt besetzt und abgedreht. So will man den berühmten Schauspieler entweder disziplinieren oder notfalls auf den anderen Schauspieler ausweichen.
Die Handlungsidee, die wie ein Treppenwitz der Filmgeschichte anmutet, hatte allerdings einen ernsthaften Hintergrund. Angesprochen auf die Idee zum Film, weiß der Regisseur Andreas Dreesen zu berichten, dass es einen solchen Fall wirklich gegeben hat. Gemeint ist der DEFA-Film „Schlösser & Katen“ aus dem Jahre 1957. Der damalige Regisseur Kurt Maetzig erwog den Schritt der doppelten Besetzung, als der Hauptdarsteller Raimund Schelcher wegen Alkoholproblemen ständig ausfiel. So engagierte man bei dem Filmprojekt für 23 Drehtage parallel den Schauspieler Hans Hardt-Hardtloff.
Doch zurück zu „Whyski mit Wodka“. Hier entspinnt sich aus der Idee eine liebevolle Komödie über das Filmemachen in allen Facetten. Denn neben dem Konkurrenzkampf der beiden parallel drehenden Hauptdarsteller, sorgen auch persönliche Beziehungen am Set für eine gute Unterhaltung des Zuschauers. Der von Henry Hübchen brillant gespielte Otto Kullberg, hat es u.a. mit Schauspielkollegin und Ex-Frau Bettina Moll zu tun. Diese ist allerdings inzwischen die Frau des überforderten Regisseurs Martin Telleck. Er erhält seinerseits nur noch formal seine Beziehung aufrecht - jenseits des Sets scheint er einer  Abwechslung nicht abgeneigt...
Entstanden ist eine Tragikkomödie, die vor allem von den lebensechten Darstellern getragen wird. Als Hauptdrehort wurde übrigens das Kurhaus im Ostseebad Binz gewählt. Es passt für den „Film im Film“ sowohl als Kulisse von Otto Kullbergs neuem 1920-er Jahre Film, als auch für den Film „Whyski mit Wodka“. Der so entstandene Film ist nun auch als DVD im Handel erhältlich und empfiehlt sich bestens durch die 2009 beim Internationalen Filmfestival Kalovy Vary erhaltene Auszeichnung für die beste Regie.