Sonntag, 9. Dezember 2012

„Traditionen werden durch anfassen, schmecken und riechen lebendig“

Wolfgang Schneider und Torsten Seegert haben ein Buch über das regionale Brauchtum in der Weihnachtszeit geschrieben und geben Anregung zur Wiederentdeckung in einer besinnlichen Zeit. Wir sprachen mit den Autoren im Seebad Binz auf Rügen.
Wie kommt man auf die Idee ein Weihnachtsbuch zu schreiben?
W. Schneider: Wahrscheinlich weil man mit Dingen unzufrieden ist. Beispielsweise, dass es die Lebkuchen und Weihnachtsmänner schon im Oktober gibt. Das nimmt der Weihnachtszeit zweifellos den besonderen und festlichen Charakter. Am Anfang stand bei uns die Besinnung und die Ausrichtung auf das Fest.
Gut, aber warum dann ein Buch  über die „Pommersche Weihnacht“?
T. Seegert: Nun, wir haben festgestellt, dass es zwar ein vielfältiges regionales Brauchtum gab, von den Schlachtewochen bis zu den Heischzügen, aber dies noch nicht zusammengetragen wurde. So hielten wir also einen Rückblick auf überlieferte Sitten und Bräuche und legten anschließend besonderen Wert auf die Wiederentdeckung durch praktisches Erleben. Dabei hielten wir Basteln, Backen und Kochen für einen sinnvollen Weg zur Annäherung an das Thema. Das macht dann auch bewusst, woher wir kommen und welche Traditionen wir haben. Durch anfassen, schmecken und riechen werden Dinge wieder lebendig. Das es dabei Unterschiede zu anderen Regionen gibt, zeigt ja schon der Hiddenseer Bügelbaum, das Julklapp-Werfen, der Tollatsch oder der Stralsunder Punsch.
Im Gegensatz zu anderen Weihnachtsbüchern kommt Ihr Buch ohne einen Weihnachtsmann aus...
W. Schneider: „Das stimmt. Es ist ein sicheres Zeichen dafür, dass dieses Buch kein gewöhnliches Weihnachtsbuch ist. Wir wollten dadurch den Leser auch zum Nachdenken anregen. Wer weiß? Vielleicht verändert dieses Buch ja das Feiern des Festes, macht es wieder zu einem besonderen Erlebnis. Auf der anderen Seite bereichert es aber gerade auch dadurch, weil es das Alleinstellungsmerkmal unserer Region betont – das kann durchaus auch für den Tourismus interessant sein...“ 
Dann wünschen wir eine frohe und besinnliche Zeit.

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