Samstag, 19. Oktober 2013

Mit 3 Mark fing alles an...

18.10.1913 – Die Enthüllung der Gedenktafel am Geburtshaus E. M. Arndts

Einladung zur Enthüllung und Dokumentation
Vor 100 Jahren wurde eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Geburt des Rüganers Ernst Moritz Arndt an seinem Geburtshaus enthüllt. Doch wie kam es überhaupt zur Entstehung und Anbringung dieser Tafel? Und wer hat dafür das Geld gesammelt? Eine Antwort gibt die Frau des damaligen Pächters, Ilse Weißenborn, der Nachwelt. In ihren Aufzeichnungen, die sie als 70jährige verfasste, heißt es:
„Eines Tages kam ein Österreicher und sagte: ‚Ich möchte gern das Geburtshaus unseres größten deutschen Dichters sehen – Wo ist hier ein Denkmal – Oder eine Gedenktafel? Nichts! Das ist ja traurig.’ Als er im Arndt-Zimmer stand, überreichte er mir 3 Mark und sagte: ‚Bitte sammeln Sie für eine Gedenktafel – dies soll der Anfang sein.’ Und so fing ich an zu sammeln. Bei Festen, wenn Gäste kamen, immer hatte ich einen Sammelteller dabei.“ Nachdem das Sammeln der Spenden etwas einschlief, wurde durch einen Aufruf in Zeitungen noch einmal eine große Anteilnahme erzielt. Letztlich kamen 1.431,49 Mark zusammen und so konnte der Bildhauer Carl Brasch aus Berlin-Charlottenburg schließlich mit der Schaffung eines Reliefs in Bronze beauftragt werden. An einem sonnigen 18. Oktober 1913 wurde die Bronzetafel an dem Haus – gemeinsam mit über 500 Gästen – feierlich eingeweiht.“
Seither grüßt die Gedenktafel Wanderer und Gäste des Gutshauses. Längst hat es sich zu einem beliebten Treffpunkt für Kultur- und Geschichtsinteressierte auf Südrügen entwickelt und informiert bereits im Eingangsbereich ausführlich über das Leben des Rüganers Ernst Moritz Arndt.