Dienstag, 11. Februar 2014

"Wissen ist Macht..."

Immerhin schafft es das Thema noch in die Schlagzeilen der Lokalzeitung: "Kinoklasiker alarmiert Denkmalaktivisten". Anlaß war der Zustand eines Dreiseitenhofes in Vilmnitz, der im Film "Die Heiden von Kummerow" zu einer bekannten Filmkulisse wurde. Der ist seit der Begehung einer "Interessengemeinschaft für alte Bauernhäuser auf Rügen" im April 2012 aber auch nicht besser geworden. Wie auch? Ist doch der Einsatz für den Erhalt von Gewachsenem und Historischem oftmals begrenzt oder - wenn er vorhanden ist - von einer Schockstarre auf Seiten der für den Erhalt Eintretenden geprägt. Rügen? Die Insel verändert sich einfach zu rasant. Die Anzahl der Baudenkmäler ist (noch) zu groß. Spekulationen um Filetstückchen, mit Fördermitteln bezahlter Abriß oder Sanierungsträger die eine ahistorische Sanierung planen und umsetzen, prägten dabei die letzten 20 Jahre. Zeugnissen des Niedergangs werden dafür reichlich geboten.

Oftmals ziert ein Neubau längst den geräumten Ort. Man denke nur an Binz. Mußte dort nicht sogar der älteste Hotelbau von Binz - auch ein Baudenkmal (!) - über Nacht weichen? Verloren geht aber auch immer ein Stück der Identität. Die kann man nicht kaufen. Um die wird man beneidet, wenn man darüber verfügt, weil es unverwechselbar - also nicht austauschbar (!) - macht. Für die Insel sind es die vielen historischen Bauten und die Natur. Darum zu wissen, ist Macht. Nichts zu wissen, macht nur demjenigen nichts aus, der keine Beziehung dazu aufgebaut hat.  

Horatio

Artikel vom 10.02.2014 in der Lokalausgabe Rügen der "Ostsee Zeitung"