Montag, 2. Dezember 2013

"Das geheimnisvolle Wrack"

Filme werden seit über hundert Jahren auf den Inseln Rügen und Hiddensee, sowie in der Hansestadt Stralsund Filme gedreht. Neben Dokumentarfilmen entstanden aber auch zahlreiche Spielfilme. Einige der Streifen hatten bereits eine literarischen Vorlage.
Am 4. Juni 1954 kam der 1. DEFA-Kinderfilm in die Kinos der DDR. Die Produktion erfolgte allerdings schon im Vorjahr. Das Pilot-Projekt der neu gebildeten Produktionsgruppe Kinder- und Jugendfilm der DEFA stützte sich dabei mit seinem Drehbuch auf die gleichnamige Erzählung von Gerhard Bengsch. Da sich als natürliche Kulisse die Ostseeküste anbot, einigte man sich auf eine Umsetzung des Vorhabens auf Südrügen. So entstand – bis Ende 1953 – eine abenteuerliche Kindergeschichte für die Leinwand:
Foto aus dem Programmheft zum Film
Im Mittelpunkt der Handlung steht Wolfgang. Der Berliner Junge verbringt seine Ferien an der Ostsee - auf der Insel Rügen. Hier an der Küste bietet ein gesprengter Bunker einen idealen Abenteuerspielplatz für die Kinder und regt deren Fantasien an. Doch weit mehr als für den Bunker interessiert sich Wolfgang für ein Wrack, welches vor der Insel liegt. Gemeinsam mit Peter, den Wolfgang zu einer Erkundung überreden kann, startet er eine nächtliche Expedition zu dem geheimnisvollen Objekt. Allerdings staunen die beiden Jungen nicht schlecht, als ihnen klar wird, dass sie nicht die einzigen Besucher des Wracks sind. Ihre Abenteuerlust treibt sie zu weiteren Nachforschungen an. Ein folgenschwerer Fehler, denn das verrostete Schiff, das einst dem Baron von Bleich gehörte, wird – wie sich zeigt - von Schmugglern als Lagerplatz für Sprengstoff genutzt, um einen politischen Umsturz vorzubereiten. Längst ist aus dem vermeintlichen Spiel für die Kinder eine lebensgefährliche Situation geworden. Zwischen den Fronten verdanken sie ihre Rettung nur ihrem klugen Agieren und dem rechtzeitigen Eintreffen der Polizei, die schon länger den Machenschaften der Schmuggler um Baron von Bleich auf der Spur ist.
Neun Jahre nach Kriegsende zeigt der entstandene Film seine politischen Absichten klar auf: Die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für die „Gefährlichkeit des Westens“, die Sicherung der „Errungenschaften des Sozialismus“ und eine Darstellung der DDR-Grenzorgane als Schutzmacht. Unabhängig davon ist der Film sehenswert und ermöglicht ein Wiedersehen – er ist auf DVD erhältlich - mit zahlreichen bekannten Schauspielern, wie beispielsweise Horst Naumann und Herwart Grosse.

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